Titel
Leistungsuntersuchungen für Waldtypen in Mischbeständen des Waldviertels
Paralleltitel
Performance Studies for Forest Types in Mixed Stands of the "Waldviertel" = Etudes de prestation pour les types de forêt dans les peuplements mélangés du "Waldviertel"
Verfasser
Erscheinungsort
Wien
Verlag
Erscheinungsjahr
1965
Seiten
155 S.
Material
Bandaufführung
Digitales Dokument
Standardsignatur
673; Oss-1180
Datensatznummer
4590
Quelle
Abstract
Mit vorliegender Arbeit wurde der Versuch unternommen, Standortszustandsformen (bei Leithner "Standortstypen" genannt) dahinstehend zu untersuchen, welche ertragskundlichen Aussagen für die® Einheiten gemacht werden können. Über die Zusammenhänge zwischen diesen Standortszustandsformen (in der Arbeit "Waldtypen" genannt) und anderen Aufnahmedaten, die in Form einer Stichprobeninventur erhoben wurden, ist festzuhalten: die räumliche Verteilung der Waldtypen ist augenscheinlich, trotz der das natürliche Gefüge störenden Wirtschaftseingriffe, weitgehend vom Klima bis zu den "schlechten" Waldtypen mit vorwiegend Kiefer (und Eiche bzw. Hainbuche) in trocken-wärmerem Klima. Der Versuch zur Trennung der Waldtypen durch Leistungsabstufungen der auf ihnen stockenden Bestände ergibt für die untersuchten Holzarten (Fichte, Kiefer, Tanne, Laubholz) im allgemeinen gute Differenzierungen. So ergibt sich eine Gruppierung "ertragsschwacher" und "ertragsstarker" Waldtypen, wobei innerhalb der Gruppen die Reihung nach den für die Ertragsleistung wichtigen Merkmalen (Bestandeskreisfläche, Vorratsmasse, laufender Zuwachs, Brusthöhendurchmesser der arithmetischen Kreisflächenmittelstammes etc.) wechseln kann. Trotz der dargestellten Möglichkeiten, die eine bis zu den Grenzen der Hollerithauswertung vordringende Arbeitsmethode bietet, war es nicht das Hauptziel, Detailauswertungen zu interpretieren, sondern es sollten durch nachträgliche Zusammenfassungen die aufscheinenden Tendenzen herausgearbeitet werden. Gerade diese weitgehenden Aufschlüsselungen zeigen, daß die Gefahr besteht, sich in Einzelfragen zu verlieren, die nur durch weitere Einzeluntersuchungen geklärt werden können. Die notwendigen Zusammenfassungen dürfen nicht zu generell erfolgen, sonst verfallen wir in das andere Extrem der groben Verallgemeinerungen. Hier einen vertretbaren Mittelweg zu finden, ist eines der Hauptanliegen derartiger Versuchsauswertungen. Dazu mögen noch einmal die wichtigsten kritischen Punkte dargestellt werden. Untersuchungseinheit ist der Waldtyp (Standortstyp im Sinne von Leithner). Unter einem Standortstyp versteht Leithner den derzeitigen Zustand eines Standortes. Der Standortstyp kennzeichnet zumeist nicht nur den augenblicklichen Zustand, sondern sagt darüber hinaus auch viel über die Auswirkungen bleibender Standortsfaktoren wie Klima, Grundgestein, Boden etc. aus. Die Zusammenziehung ökologisch ähnlicher Waldtypen zu neun Gruppen ist für waldbauliche Detailplanungen wenig brauchbar, für Leistungsuntersuchungen aber eine notwendige Voraussetzung. Eine Möglichkeit der Auswertung wäre weiters beispielsweise die revierweise Gegenüberstellung der Waldtypen, doch scheitert dies an dem zu geringen Material (Probestämme) in den kleinsten Auswertungseinheiten. Die festgestellte Verschiebung der Waldtypenanteile in den einzelnen Revieren deutet darauf hin, daß z. B. der Waldtyp 3 in den "guten" Revieren die bessere Variante, in den "schlechten" Revieren die schlechtere Variante dieses Waldtyps vertritt, so daß wir mit der Zusammenfassung beider dem Durchschnitt des "Waldtypenbandes" wohl sehr nahe kommen. Wir können weiters nur die relative Abstufung der Leistungen auf den verschiedenen Waldtypen erfassen, eine absolut gültige, überregionale Einstufung der Waldtypen nach den Leistungen der darauf stockenden Bestände ist, wie der Leistungsvergleich im letzten Abschnitt zeigt, nicht möglich. Aus dem erwähnten Grund (für die kleinste Auswertungseinheit verbleibt zu wenig Material) erfolgte auch bei der Bestandesklassenbildung keine weitere Trennung der Nadelholz- und Laubholzbestände in Rein- und Mischbestände. Die bei den Nadelholzbeständen eindeutig zu erkennende Aufteilung in eine Fichten- und eine Kieferngruppe kommt jedoch im allgemeinen auch bei der Gruppierung der dazugehörigen Waldtypen zum Ausdruck. Durch die einmalige, gleichzeitige Aufnahme auf der ganzen Fläche mußte zur Aufstellung verschiedener Entwicklungsreihen aus dem örtlichen Nebeneinander auf ein zeitliches Nacheinander geschlossen werden, eine Arbeitshypothese, die gewisse Unsicherheiten beinhaltet. Trotz des großen Umfanges des zur Verfügung stehenden Zahlenmaterials (ca. 95 000 Probestämme auf 4 800 ha Waldfläche) waren den Detailauswertungen Grenzen gesetzt. Hauptaufgabe war es, die Beziehungen zwischen den Ertragsleistungen von Bestandesformen, welche nach Holzartenanteilen, Alter etc. unterschieden werden, und den durch die Waldbodenvegetation gekennzeichneten Waldtypen zu untersuchen und die damit verbundenen Probleme zur Diskussion zu stellen.