Titel
Der Kampf gegen Wildbäche und Lawinen im Spannungsfeld von Zentralismus und Föderalismus. Eine historische Studie : Teil I - Die historischen Grundlagen
Paralleltitel
Torrent and Avalanche Control in the Light of the Conflict of Interest between Centralism and Federalism. A Historical Study = Part I - Historical Background
Verfasser
Erscheinungsort
Wien
Verlag
Erscheinungsjahr
1990
Seiten
167 S.
Illustrationen
18 Abb., zahl. Lit. Ang.
Material
Bandaufführung
Digitales Dokument
Standardsignatur
673; Oss-1289
Datensatznummer
32146
Quelle
Abstract
Der Kampf des Menschen gegen die Gewalten der Natur lässt sich bis in die Antike zurückverfolgen. Bereits die Griechen, später die Römer, versuchten durch die Errichtung von Mauern Städte, Dörfer und Ackerland vor Überschwemmungen zu schützen. Die Bewohner der österreichischen Alpenländer setzten diesen bis in das 19. Jahrhundert nahezu aussichtslos erscheinenden Kampf gegen die Gewalt der Gebirgswässer fort. Ende des 18. Jahrhunderts veröffentlichte der Jesuitenpater und Tiroler Gelehrte Franz ZALLINGER zum Thurn das erste Lehrbuch über die Entstehung der Wildbäche und ihre Bekämpfung. Wenige Jahrzehnte später folgten weitere, von Strassen- und Wasserbauingenieuren (ARETIN, 1808, DUILE, 1826) verfasste Werke. Auch Forstwissenschafter (ZOETL, 1831) warnten eindringlich vor dem Raubbau unserer Wälder. Doch alle wissenschaftlichen Erkenntnisse, Warnungen und Ratschläge blieben unbeachtet, bis im Jahre 1882 Hochwasserkatastrophen Teile von Tirol und Kärnten verwüsteten. Nach grossen Überschwemmungen in Südfrankreich (1856) verabschiedete die französische Nationalversammlung 1860 das erste Gesetz über die Wiederbewaldung der Gebirge, worauf in den folgenden Jahren umfangreiche Aufforstungen durchgeführt wurden. Trotz der geistigen Pionierarbeit österreichischer Wissenschafter übernahm Frankreich damit unter den europäischen Staaten die Führungsrolle auf dem Gebiet der Wildbach- und Erosionsbekämpfung.