Standardsignatur
Titel
Totholzvolumen und -qualität in ausgewählten Schweizer Naturwaldreservaten
Verfasser
Erscheinungsort
Zürich
Verlag
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
S. 222-231
Material
Artikel aus einer ZeitschriftUnselbständiges Werk
Datensatznummer
200175942
Quelle
Abstract
Totholz ist für das Ökosystem Wald strukturell und funktionell bedeutend. Bisher gibt es jedoch kaum Daten zur Totholzausstattung in Schweizer Naturwäldern, die als Referenzwerte für das Totholzmanagement in Wirtschaftswäldern dienen könnten. In der vorliegenden Untersuchung wurden daher das Totholzvolumen und die Totholzqualität (Dimension, Laub- bzw. Nadelholzanteil, Zersetzungsstadien) in sechs Naturwaldreservaten analysiert und mit Daten aus bewirtschafteten Wäldern, Natur- und Urwäldern verglichen. Im Durchschnitt aller sechs Naturwaldreservate wurde ein Totholzvolumen von 69 m3/ha ermittelt, davon 66% Laubholz. Der Anteil des Totholzvolumens am Gesamtvorrat betrug durchschnittlich 12%. Insgesamt war doppelt so viel liegendes wie stehendes Totholz vorhanden. Der mittlere Anteil an Starktotholz (Durchmesser > 30 cm) lag bei 48% und war beim stehenden Totholz (52%) höher als beim liegenden (46%). Fortgeschrittene Zersetzungsstadien (Moder- und Mulmholz) waren beim liegenden Totholz mit 53% vertreten. Die Volumina, Dimensionen und Zersetzungsstadien variierten innerhalb der Reservate stark. Im Vergleich dazu ist im gesamten Schweizer Wald weniger (Totholzvolumen 21.5 m3/ha, 5% des Gesamtvorrates), dünneres (Anteil Starktotholz 35%) und weniger stark zersetztes Totholz (Anteil fortgeschrittener Zersetzungsstadien 10%) vorhanden. Das Totholzvolumen in den Naturwaldreservaten ist aber noch deutlich geringer als in europäischen Buchenur- oder -naturwäldern. Die untersuchten Naturwaldreservate befinden sich, 40 bis 92 Jahre nach dem letzten Eingriff, immer noch am Beginn der Entwicklung Richtung Urwald.