- Standardsignatur15781
- TitelNiederwald und Hochwald - ein faunistisch-ökologischer Vergleich
- Verfasser
- ErscheinungsortRecklinghausen
- Verlag
- Erscheinungsjahr2007
- SeitenS. 309-337
- Illustrationen1 Abb., 14 Tab.
- MaterialArtikel aus einer ZeitschriftUnselbständiges Werk
- Datensatznummer200144552
- Quelle
- AbstractÜber einen Zeitraum von 4 Jahren (1996-1999) wurden die Araneida, Opilionida, Chilopoda, Heteroptera und Coleoptera in der Streu, Kraut-, Strauchschicht und im Totholz in 3-jährigen Kraut-, 8-jährigen Strauch-, 35-45-jährigen durchwachsenden Niederwäldern (Alte Niederwälder) und bewirtschafteten Laubhochwäldern auf basenarmen Standorten im Rothaargebirge und basenreichen Standorten im Teutoburger Wald untersucht. In den bewirtschafteten Niederwäldern leben in jedem Entwicklungsstadium arten- und individuenreichere Tiergemeinschaften im Vergleich zu den Hochwäldern, mit Ausnahme des Dickungsstadiums (Schattenphase der Niederwaldsukzession). Der Höhepunkt der Arten- und Individuenvielfalt ist an kein zeitlich zu fixierendes Altersstadium gebunden, sondern hängt vielmehr von der Anzahl unterschiedlicher Mikrohabitate ab, also von der raumstrukturellen, mikroklimatischen und Pflanzenartenvielfalt jedes Sukzessionsstadiums. In den untersuchten Niederwäldern fällt das Stadium der maximalen Artenzahl in die Lichtphase der Niederwaldsukzession. Der Höhepunkt der Individuenzahl kann in die Licht- oder Schattenphase eines Niederwaldes fallen und hängt in erster Linie vom Grad der mikroklimatischen ÜbereinStimmung zwischen einem Niederwaldstadium und dem den Niederwald umgebenden Ökosystem ab. Von entscheidender Bedeutung ist weiterhin der Strukturreichtum. Es existiert keine typische Niederwaldfauna. Die jungen Sukzessionsstadien sind von vielen Offenland- und Waldsaumarten, Xerophilen und Phytophagen besiedelt. Die überalterten, durchgewachsenen Niederwälder beherbergten viele Waldarten mit unterschiedlichen Lebensraumansprüchen. In Niederwäldern, in denen Lichtbaumarten dominierten, wurde nach dem Dickungsstadium das Bestandesdach durch das Absterben von Stockausschlägen wieder lückiger und besonders die Waldsaum-, aber auch die Offenlandarten nehmen wieder zu. Der Anteil von Tierarten mit unterschiedlichen Lebensraumansprüchen variierte also von Niederwald zu Niederwald. Trotz der hohen Quantität abgestorbener Stockausschläge meist Licht liebender Gehölze, ist die Bedeutung durchwachsender Niederwälder für die Totholzfauna im Vergleich zu bewirtschafteten Hochwäldern dagegen gering einzuschätzen. Die Bedeutung von Niederwäldern für den Arten- und Naturschutz ist eng mit der Geschwindigkeit der Vegetationsentwicklung verbunden. Niederwälder mit lang anhaltender Lichtphase bieten vielen Gilden optimalen Lebensraum. Durch das Absterben der Lichtholzarten nach dem Dickungsschluss steigt die Gildenzahl erneut an. Durchgewachsene Niederwälder auf basenreichem Ausgangsgestein, deren Bestandesdach meist von holzigen Schattenpflanzen gebildet wird, können vielen unterschiedlichen Gilden der Waldtierarten Lebensraum bieten. Beide Entwicklungstypen wurden untersucht, Niederwälder mit lang anhaltender Lichtphase am Beispiel der Siegerländer Hauberge auf basenarmem Ausgangsgestein und Niederwälder mit langer Schattenphase im Teutoburger Wald auf basenreichem Ausgangsgestein. Beiden Niederwaldtypen kommt für die Erhaltung der Biodiversität in Nordrhein-Westfalen eine hohe Bedeutung zu. Besonders hervorzuheben aber sind die Siegerländer Hauberge mit ihrem enormen Reichtum an Gilden aus Offenland-, Waldsaum- und Waldtierarten.
- Schlagwörter
- Klassifikation
Hierarchie-Browser
