Drei Schwerpunkte standen bei der Auswertung der räuberischen Gruppen Spinnen, Laufkäfer und Spitzmäuse im Vordergrund. Es wurde gefragt, welche Ergebnisse die Auswertung dieser Gruppen beim Vergleich der verschiedenen Waldgebiete erbringen. Ferner wurde nach einem Unterschied der Tiergruppen zwischen Bannwäldern und bewirtschafteten Wälder gesucht. Schließlich wurde die Frage beantwortet, wie sich Populationen dieser Räuber nach dem Sturmwurf "Lothar" verändert haben bzw. sich verändern werden. Grundlage der Untersuchung sind Bodenfallenfänge in sechs Bannwäldern Baden-Württembergs. Ihnen wurden sechs bewirtschaftete Wälder gegenübergestellt. Die Untersuchungen zum Einfluß des Sutrms wurden im Bannwald Bechtaler Wald durchgeführt. Der Zeitraum der Untersuchungen umfasst die Jahre 1994 bis 1996 bzw. 2000 bis 2001 (Bechtaler Wald). Insgesamt wurden 339 Arten der drei Gruppen ermittelt, davon sind 63 % Spinnentiere, 35 % Laufkäfer und 2 % Spitzmäuse. Die sechs Waldgebiete unterscheiden sich bezüglich ihrer Spinnenfauna sehr deutlich voneinander. Zu einer typischen Waldgesellschaft gehören typische Artenkombinationen mit zum Teil charakteristischen Dominanzstrukturen. Das bedeutet, dass Naturraum und Standort das Artenspektrum prägen. Einen feiner differenzierenden Einfluß haben die vorkommenden Baumarten, Waldstruktur und die Habitatfeinstrukturen. Beim Vergelich von Bannwäldern mit Wirtschaftswäldern wird deutlich, dass es keine wesentlichen und einheitlichen Unterschiede bezüglich Artenzahl, Dominanzstruktur für die Laufkäfer, Spinnentiere oder Spitzmäuse gibt. Es finden sich bisher keine Strukturen im Bannwald, die für Laufkäfer oder Spinnen im Wirtschaftswald nicht erfüllt wären. Der Bannwald beherbergt dennoch einige Arten, die weniger häufig oder gar nicht im Wirtschaftswald gefunden werden. Störungen, wie hier durch Windwurf, haben eine deutlichen Einfluß auf die Vielfalt der auf dem Boden lebenden, räuberischen Arthropoden: Großflächiger Windwurf verändert maßgeblich die Artenzusammensetzung und erhöht vorübergehend die Biodiversität, weil typische Waldarten und Arten des offenlandes synchron im selben Gebiet vorkommen. Basierend auf diesen Ergebnissen werden Empfehlungen für die naturnahe Waldwirtschaft formuliert.