- Standardsignatur4354
- TitelDas Schicksal junger, von der Feldmaus stammumfassend benagter Buchen in einer Erstaufforstung in Ost-Holstein
- Verfasser
- Erscheinungsjahr2002
- SeitenS. 342-346
- MaterialUnselbständiges Werk
- Datensatznummer200081120
- Quelle
- AbstractIn einer 5-jährigen Laubholz-Erstaufforstung in Ostholstein wurden im Winter 1998/99 auf einem ca. 30 x 60 m großen, an vergraste Wege grenzenden Bereich in der SW-Ecke die weitaus meisten Buchen von Feldmäusen geringelt. Diese Bäume, insgesamt 173, davon 75 "auf den Stock gesetzt" (d.h. unmittelbar unterhalb der Ringelung abgeschnitten), wurden individuell gekennzeichnet, um ihr weiteres Schicksal zu untersuchen. In der vorliegenden Veröffentlichung werden nur die 98 "naturbelassenen" Buchen behandelt. Nach der 3. Vegetationszeit, im Herbst 2001, waren noch rd. 26 % vital und von normaler Blattgröße sowie mit einer mindestens 40 % des Stammumfangs umfassenden Überwallung versehen (bzw. es waren knapp 30 % vital, wenn man den noch vorhandenen 4 kleinblättrigen Buchen entsprechende Chancen einräumt, weil sie ihre Feldmausringelung zu mindestens 30 % überwallt hatten). Diese Merkmale lassen erwarten, dass die betreffenden Buchen noch längere Zeit am Leben bleiben. Von den bei den herbstlichen Aufnahmen als kleinblättrig angesprochenen buchen waren dagegen im folgenden Jahr 61 % (2000 im Vergleich zu 1999) bzw. 76 % (2001/2000) tot, von den normalblättrigen Buchen dagegen nur 27 % bzw. 4 %. Im Vergleich zum vorletzten Jahr betrug die Absterberate bei Kleinblättrigen sogar 87 % (bei Normalblättrigen 44 %). Kleinblättrigkeit hat sich also als ein gut sichtbares prognostisches Mortalitätsmerkmal erwiesen, wobei allerdings nicht übersehen werden darf, dass auch bei Normalblättrigen deutliche Abgänge bis zum nächsten oder übernächsten Jahr zu verzeichnen sind. Letztlich ist natürlich der Überwallungsgrad das ausschlaggebende Merkmal, ob eine Pflanze überlebt. Und dieser Überwallungsgrad hängt, wie zu erwarten, von der Breite der Ringelung ab. Eine Regressionsanalyse von Mindestläsionsbreite (= die geringste Breite innerhalb eines Ringels) und Mortalität zeigte, dass eine buche mit 75-80 % Wahrscheinlichkeit die ersten 3 Jahre nach Schadenseintritt überlebt, wenn die Mindestläsionbreite 8 mm nicht überschreitet. Die Gegenüberstellung von Mindestläsionsbreiten und zugehörigen Überwallungsprozenten (% des Stammumfangs) bestätigt diesen Befund, lässt aber auch erkennen, dass vereinzelt sogar Mindestläsionsbreiten bis 14 mm hohe Überwallungsprozente (bis 50) ermöglichen, während darüber hinaus überhaupt keine Überwallung registriert wurden. Auch zwischen Wurzelhalsdurchmesser und Überlebensprozent bestand ein recht enger Zusammenhang (Bestimmtheitsmaß 72 %): ab 28 mm wurde eine Überlebensrate von 75 % erreicht. Das hat allerdings nichts damit zu tun, dass dünnere Stämmchen etwa stärker benagt würden als dickere: hier besteht im untersuchten Bereich bis etwa 3,5 cm überhaupt kein Zusammenhang (r = -0,048). Die Höhenentwicklung der geringelten Buchen (es wurden nur die bei der Aufnahme noch lebenden gemessen) verlief offenbar ebenso wie die der gänzlich unbenagten, wie eine Vergleichs-Stichprobe aus unmittelbarer Nachbarschaft auswies. Nach dem hier in Rede stehenden Feldmausschaden vom Winter 1998/99 ist keine einzige Buche wieder benagt worden, auch nicht im Winter 2001/02, als erhöhte Feld- und Erdmausdichten (je 8,6 % besetzter Fallen) registriert wurden.
- Schlagwörter
- Klassifikation451.2 (Wildlebende Säugetiere)
149.32 (Rodentia (Nagetiere))
181.42 (Einfluß von Tieren)
181.65 (Wachstum (Zuwachs), soweit durch die Umgebung beeinflußt (einschl. waldbaulicher Behandlung))
236.4 (Überwachung (einschl. Begangspfade). Kontrolle des Verjüngungserfolgs)
176.1 (Dicotyledoneae [Siehe Anhang D])
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