Der vorliegende Bericht dokumentiert die Tritiumgehalte im Niederschlag von 1997 bis 2002 an 20 ausgewählten Stationen des Österreichischen Isotopenmessnetzes (ANIP). Der annähernd exponentielle Abwärtstrend im Jahresmittel hält weiter an. Das durchschnittliche Jahresmittel liegt 2002 bei 10,46 TE. Nur die Stationen N-77 (Bregenz) und N-56 (Kufstein) liegen im letzten Berichtsjahr 2002 knapp über dem Mittel der Jahre 1997 bis 2002 von 12,18 TE. Dafür liegen die Messwerte der südlichen Stationen N-7 (Sillian), N-10 (Klagenfurt) und N-18 (Villacher Alpe) signifikant tiefer (<10 TE). Die Tritiumwerte der Station N-64 (Patscherkofel) wiesen gegenüber anderen Stationen von 1984ş1999 höhere Werte auf. Diese geringfügig erhöhten Werte können, wie auch in den Stationen Bregenz und Kufstein, mit dem Entweichen von industriell genutztem künstlichem Tritium, das durch komplizierte richtungs- und höhenabhängige meteorologische Verhältnisse aus dem westlichen Ausland antransportiert wurde, erklärt werden. Natürlich können lokale Quellen nicht gänzlich ausgeschlossen
werden. Aus diesen örtlichen und zeitlichen Variationen heraus ergibt sich die Notwendigkeit für die Anwendung von Tritium in hydrologischen Untersuchungen eine detaillierte Bestimmung des zeitlichen Verlaufs von Tritium im Niederschlag über ganz Österreich fortzuführen.