Das erste Ergebnis der Arbeit betrifft die Verzinsung und die Korrelation der vier deutschen Baumartengruppen untereinander bei verschiedenen Anlagehorizonten. Bei dem längsten in dieser untersuchten Anlagehorizont von 20 Jahren, der wegen des langfristigen Charakters der Anlage Wald auch für den Waldeigentümer am relevantesten ist, ergab die Analyse der berechneten Forst-Performance-Indizes für Verzinsung und Risiko eine aufsteigende Reihung von Kiefer, Fichte, Buche und Eiche. Damit erwies sich die Kiefer in den vergangenen Jahrzehnten als die Baumart mit der geringsten Volatilität, aber auch mit der niedrigsten Rendite. Die dargestellten Ergebnisse sind effizient, da eine höhere Verzinsung auch mit einem höheren Risiko einhergeht. Die Verzinsungen von rund 2,7% bis 4,4% wurden nach Unternehmenssteuern, aber vor Individualsteueren des Waldeigentümers berechnet. Für eine Diversifikationsentscheidung zwischen den einzelnen Baumarten ist es wichtig, dass die Performance-Indizes der Eiche und der Buche wie auch der Buche und der Fichte relativ geringe Korrelationen von +0,3 bis +0,4 aufweisen. Die Ergebnisse der Buche und der Kiefer sind dagegen mit +0,5 bis +0,6 und die der Eiche mit der Fichte wie auch mit der Kiefer bereits mit rund +0,7 korreliert. Die stärkste Korrelation konnte zwischen Fichte und Kiefer mit rund +0.9 beobachtet werden. Insbesondere eine Diversifikation zwischen Fichte und Buche ist angesichts dieser Ergebnisse, aber auch in Anbetracht der waldbaulichen Möglichkeiten nahe liegend. Die simultane Optimierung zwischen diesen Baumarten bei unterschiedlichen Zielsetzungen (Risikominimierung ohne weitere Zielsetzung oder mit fester Renditevorgabe sowie Maximierung der Rendite bei festem Risikolimit) führte zu der Schlussfolgerung, dass Waldeigentümer anscheinend die Zielsetzung verfolgen, eine feste Renditeerwartung (z.B. zur Deckung ihres Lebensunterhaltes) mit einem möglichst geringen Risiko zu erwirtschaften. Würden sie alleine eine Minimierung des Risikos beabsichtigen, würde in unseren Breitengraden der Kiefernanbau dominieren, da ein ausschließlich das Risiko minimierender Investor die Kiefer aufgrund ihrer geringen Standardabweichung der Ergebnisse präferien würde. Darüber hinaus zeigte es sich, dass individuelle Risikonutzenfunktionen bei langfristigen Forstanlagen nur eine sehr nachrangige Rolle spielen. Die beschriebenen Ergebnisse für Verzinsung und Vorteilhaftigkeit einer Mischung/Baumartendiversifikation sind insbesondere für langfristige Entscheidungen über Baumarten und ggf. über Umbaustrategien für größere Betriebe mit verschiedenen Standorten praxisrelevant. Damit können sie die strategische Planung eines Forstbetriebs beeinflussen. Für die Entscheidung über die Bestockung einer einzelnen Fläche stellen aber nach wie vor Lage, Bodenqualität, Vorbestand und ev. vorhandene Naturverjüngung die bedeutenderen Entscheidungskriterien dar. Das zweite Ergebnis betrifft die Frage einer internationalen Diversifikation innerhalb der Anlage Wald. Auffällig an den Ergebnissen der Diversifikationssimulation zwischen deutschen und amerikanischen Forstflächen ist vor allem die deutlich höhere Verzinsung der US-Forstinvestitionen von rund 3%- bis 15%-Punkten bei durchaus vergleichbaren Standardabweichungen. Damit würde ein amerikanischer oder internationaler Investor mit einem Anlagehorizont von 20 Jahren, der bei einem fest vorgegebenen Renditeziel sein Risiko minimieren möchte, neben einem rund 6o%igen Portefeuille-Anteil amerikanischer Mischwälder im Nordosten der USA auch knapp 30% des Portefeuilles in südöstl. Kiefernbeständen der USA halten. Die übrigen 6-7% würden auf die deutsche Kiefer entfallen. Bevor aus diesem Ergebnis konkrete Investitionsentscheidungen abgeleitet werden, sind jedoch weitere Überlegungen anzustellen. Bei einer Real-Investition in Wald bzw. in einem Forstbetrieb werden erhebliche Fixkosten in Kauf genommen, die durch die Verwaltung bedingt sind. Auch im Hinblick auf die Transaktionskosten und die Teilbarkeit unterscheidet sich eine Real-Investition ganz erheblich von einer reinen Finanzinvestition. Eine Real-Investition in einem anderen Land oder sogar Erdteil ist nicht leicht zu überwachen und zu steuern. Dadurch entstehen erhebliche Kosten der Diversifikation. Aus Sicht eines amerikanischen Investors könnten diese Kosten die Diversifikationsvorteile einer Anlage in Deutschland leicht überkompensieren. Eine Investition ist nur dann sinnvoll, wenn ein großer, gut arrondierter Betrieb erworben werden kann. Dies erscheint aber als wenig realistisch. Die hohe Regelungsdichte und die hohen Bürokratiekosten dürften amerikanische Investoren wahrscheinlich eher abschrecken und damit die Diversifikationsvorteile von 6-7% deutscher Kiefer in einem Portefeuille leicht wieder aufwiegen. Für einen deutschen Waldeigentümer bedeut dies umgekehrt, dass sich eine Anlage in den USA zwar lohnt, eine Investition aber aufgrund des zusätzlichen Betreuungsaufwands erst ab einer kritischen Mindestbetriebsgröße sinnvoll erscheint.