Aktionen
Anzeigeoptionen
  • Titel
    Sturmschäden des Frühjahrs 1990 in Hessen. : Analyse nach Standorts-, Bestandes- und Behandlungsmerkmalen
  • Verfasser
  • Erscheinungsort
    Hann. Münden
  • Verlag
  • Erscheinungsjahr
    1995
  • Seiten
    176 S.
  • Illustrationen
    69 Lit. Ang.
  • Material
    Bandaufführung
  • Standardsignatur
    11970
  • Datensatznummer
    98472
  • Quelle
  • Abstract
    Die Orkane im Fruehjahr 1990 haben in Hessen zu rund 14 Millionen Fm Schadholzanfall (=3,7 facher Hiebsatz) gefuehrt und vor Augen gefuehrt, dass es einer multifunktional oekologisch und oekonomisch orientierten Forstwirtschaft sehr erschwert wird, die vielfaeltigen Leistungen des Waldes bereitzustellen. Der Wald ist nur dann in der Lage, die erwuenschten Wirkungen zu bringen, wenn seine Stabilitaet gewahrt wird. Um Informationen zu den Ursachenkomplexen, die den Wald destabilisieren, zu erhalten, wurde in Hessen eine landesweite Erhebung durchgefuehrt. Fuer den Staatswald und saemtliche betreuten anderen Besitzarten wurden in einm Erhebungsbogen von jedem Revierleiter Angaben zu den Schadbestaenden erhoben. Auf diesem Weg wurden von den rund 14 Mio. Fm Gesamtschadandfall in Hessen ca. 10,4 Mio. Fm erfasst. Fuer den Staats- und Kommunalwald wurden diese Daten mit Daten aus der Zustandserfassung der Forsteinrichtung und Daten der Naturalkontrolle zusammengefuehrt. So konnten Aussagen ueber Unterschiede hinsichtlich der Standorts- und Bestandesmerkmale von geschaedigten und ungeschaedigten Bestaende getroffen werden. Diese genaueren Analysen sind an 21 repraesentativen Stichprobenforstaemtern durchgefuehrt worden. Auf exakte experimentelle Erhebungen wurde verzichtet, da wegen Unkenntnis der lokalen Windverhaeltnisse die Haupteinflussgroesse auf den Schadumfang unberuecksichtigt bleiben musste. Es kann also nur um die Darstellung von Tendenzen gehen. Die Auswertung der "Sturmschadensanalyse 1990" hat fuer Hessen folgende Zusammenhaenge aufgezeigt: - Es ist ein deutliches Gefaelle von Sueden nach Norden in Bezug auf die Hoehe des Schadanfalles vorhanden. Durchschnittlich sind im Regierungsbezirk Darmstadt 21,1 EFm/ha, im Berirk Giesen 13,7 EFm/ha und im Bezirk Kassel 9,3 EFm/ha geworfen worden. Schwerpunkte finden sich im suedwestlichen bis oestlichen Vogelsberg, der Wetterau, dem Rhein-Main Gebiet mit West- und Nordabfall des Odenwaldes, im Nordwestabfall des Taunus, sowie in Teilen des Westerwaldes. - Die am staerksten getroffene Hauptbaumart, bezueglich des Schadanfalles, ist Fichte (64%), gefolgt von Buche (18,9%), Kiefer (15,3%) und Eiche (2,3%). Der Anteil der Fichte am Gesamtschadanfall nimmt von Sued- nach Nordhessen, von 49% (Da) auf 77% (Ks), zu. Das bedeutet, dass in den Regionen, die durchschnittlich niedrigere Orkanstaerken hatten, fast nur noch die Fichte geworfen wurde, waehrend Laubholz in groesseren Mengen ueberwiegend dort geworfen wurde, wo die Orkane maximale Geschwindigkeiten hatten. Die durchschnittliche Schadflaechengroesse der Fichte ist mit 1,5ha kleiner als die der Buche von 1,8ha. Fuer genauere Auswertungen ist der Schadanfall auf den Vorrat bezogen worden (Schadprozent). Auf die Hoehe des Schadprozentes werden im Rahmen der Stichprobenerhebung alle Einflussfaktoren bezogen. Das Schadprozent der Fichte liegt bei 10,7%, der Kiefer bei 5,0%, der Buche bei 4,2% und der Eiche bei 1,7%. Standortsmerkmale: - Knapp 50% des Schadanfalls kamen in Hessen auf SW und W exponierten Hangrichtungen vor, als Folge der vorherrschenden Hauptwindrichtung SW und W waehrend der Orkane. - Im Gegensatz zu aelteren Sturmschadenserhebungen haben die Orkane 1990 in Hessen ueberwiegend in ebenen (35%), unteren (11,5%) und mittleren (23.7%) Hanglagen zu Schaden gefuehrt. Analog diesem Einfluss der Gelaendeausformung sinkt das Schadprozent auch mit Zunahme der Hoehe ueber NN. - 25,2% des Gesamtschadanfalls haengen mit fehlendem Deckungsschutz zusammen, wobei knapp 70% auf SW und W exponierte Waldgefuegestoerungen zurueckzufuehren sind. Der Anteil des Schadanfalls, der bei fehlendem Deckungsschutz geworfen worden ist, liegt bei Fichte deutlich hoeher (32,6%) als bei Eiche (12,5%) und Kiefer (12,1%). - Bei der Verteilung des Schadanfalls auf die Schadensart dominiert der Flaechenwurf mit 53%. Nester/Gassenwurf macht 33% und Einzelwurf 13% aus. Waehrend diese Gesamtverteilung weitgehend identisch ist mit derjenigen von Bu...