Titel
Der Brandhackbau in Brasilien und seine Auswirkungen auf die Waldvegetation : Dissertation
Verfasser
Körperschaft
Erscheinungsort
Hann. Münden
Verlag
Erscheinungsjahr
1968
Seiten
163 S.
Illustrationen
33 Abb., zahlr. Lit. Ang.
Material
Monographie
Standardsignatur
9640
Datensatznummer
98261
Abstract
In Brasilien lassen sich folgende Entwicklungsphasen und Erscheinungsformen der Brandwirtschaft unterscheiden: Brandbau in der indianischen Urbevölkerung: Er ist in Brasilien nur von historischem Interesse und gekennzeichnet durch den Gebrauch des Grabstocks. Man trifft ihn heute nur noch in sehr abgelegenen indianischen Rückzugsgebieten an. Wandernder Brandhackbau: ist von Bedeutung in den dünner besiedelten Teilen des Amazonasgebietes. Er ist charakterisiert durch eine häufige Verlegung der Wohnstätten (am unteren Rio Negro im Durchschnitt alle 10 Jahre), eine kurze Anbauperiode (im Rio Negro im Durchschnitt zwei Jahre), Anlage der Rodungen hauptsächlich im Primärwald (am Rio Negro 73 Prozent der aufgenommenen Rodungen) sowie eine kleine bebaute Fläche pro Kopf (am Rio Negro 0,2 ha). Die Auswirkungen des wandernden Brandhackbaus sind im Amazonasgebiet nur gering, da die Rodungsflächen verhältnismäßig klein sind, meist an Primärwald grenzen und sich daher schnell wieder bewalden können. Rotierender Brandhackbau ist die vorherrschende Form der landwirtschaftlichen Nutzung in der dichter besiedelten Küstenregion und in weiten Teilen des Landesinneren. Die Farmer operieren von festen Wohnsitzen aus und verlegen ihre Felder nur innerhalb des eigenen oder gepachteten Landes. Eine bestimmte Schicht von Farmern fühlt sich als kurzfristige Pächter nicht sehr an den Ort gebunden und wandert von Farm zu Farm. Die Länge der landwirtschaftlichen Nutzung und der Waldbrache variieren sehr. Der Primärwald geht in diesem Standium bis auf unbedeutende Reste zurück. Die Anbaufläche pro Kopf ist größer als beim wandernden Brandhackbau, im mittleren Pernambocu und im westlichen Maranhao wurden 0,5 bzw. 0,6 Hektar pro Person ermittelt, was nach Gourou (1956) etwa dem Landesdurchschnitt entspricht. Diese Werte sind jedoch rund doppelt so hoch wie die Angaben der Literatur für Afrika und Asien. Daher wird auch in Brailien früher eine kritische Bevölkerungsdichte erreicht.