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  • Titel
    Einfluss des Baumartenanteils auf Durchwurzelung, Wasserhaushalt, Stoffhaushalt und Zuwachsleistung eines Fichten-Buchen-Mischbestandes am Standort Höglwald
  • Verfasser
  • Erscheinungsort
    Freising
  • Verlag
  • Erscheinungsjahr
    1997
  • Seiten
    175 S.
  • Illustrationen
    zahlr. Lit. Ang.
  • Material
    Bandaufführung
  • Standardsignatur
    8316
  • Datensatznummer
    97904
  • Quelle
  • Abstract
    Im Rahmen dieser Arbeit wurde der Einfluss des Baumartenanteils auf verschiedene Eigenschaften eines Fichten-Buchen-Mischbestandes untersucht. Dieser Waldtyp ist weit verbreitet in Mitteleuropa und entspricht auf vielen Standorten den Zielvorstellungen der heutigen Forstwirtschaft. Die globale Nullhypothese der Arbeit lautet: Die Eigenschaften des Mischbestandes ergeben sich aus der Addition der Eigenschaften der Reinbestände. Es gibt keine unter- oder überadditiven Wirkungen der Mischung. Die Hypothese wurde anhand der Eigenschaften Durchwurzelung, Wasserhaushalt, Stoffhaushalt (Kohlenstoff -und Stickstoffvorraete, Humusform und Bodenazidität, Deposition, Streufall, Sickerwasser) und Zuwachsleistung geprüft. Daneben wurden die horizontale und vertikale Reichweite von Baumarteneffekten und der Zusammenhang zwischen der kleinräumigen Bestandessituation und den jeweiligen Merkmalen untersucht. Die vorliegende Untersuchung wurde von 1994-1996 am Standort Höglwald in einem einschichtigen, 90-jährigen Fichten-Buchen-Mischbestand sowie einem gleichalten Fichten- und Buchenreinbestand durchgeführt. Der Höglwald steht stellvertretend für eine Standortgruppe, die durch hochproduktive, im Oberboden stark versauerte Lehmböden und eine hohe anthropogene Stickstoffbelastung charakterisiert wird. Methodisch wurde die Untersuchung im wesentlichen über einen Kleinflächen- oder Einzelbaumansatz realisiert. Bei diesem Ansatz werden die zu untersuchenden Merkmale an kleinen Messplätzen (1-4 m2) oder Einzelbäumen erhoben. Die Messplätze oder Einzelbäume werden durch die Bestandessituation in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft charakterisiert und mittels regressionsanalytischer Methoden wird der Zusammenhang zwischen dem untersuchten Merkmal und den Bestandeskenngrössen hergeleitet. Alternativ lassen sich die Kleinflächen zu grösseren Einheiten gruppieren, die dann varianzanalytisch verglichen werden. Für die einzelnen Eigenschaften ergaben sich folgende Ergebnisse: 1. Durchwurzelung - Die Feinwurzelmenge ist im Buchenbestand mehr als doppelt so gross als im Fichtenbestand und die vertikale Verteilung der Feinwurzeln gleichmässiger. In guter Übereinstimmung mit den Wurzeluntersuchungen zeigen die Berechnungen des Transpirationswasserentzuges über Bodenfeuchtemessungen eine grössere und gleichmässigere Wasseraufnahme im Buchenbestand. Im Mischbestand kommt es zur vertikalen Zweiteilung des Wurzelraumes. Die Fichte wurzelt dabei flacher als im Reinbestand und weist, bezogen auf den Einzelbaum tendenziell eine grössere Feinwurzelmasse auf. Die Buche wurzelt tiefer als im Reinbestand und weist eine geringere Feinwurzelmasse als im Reinbestand auf. Die Auswirkungen der Zweiteilung auf Nährstoffversorgung, Trockenresistenz und Sturmfestigkeit werden diskutiert. 2. Wasserhaushalt - Aufgrund des geringeren Interzeptionsverlustes ist der Bestandesniederschlag im Buchenreinbestand um rund 200 mm a-1 höher als im Fichtenreinbestand. Trotz einer um rund 50mm höheren Transpiration ist die Evapotranspiration bei Buche im Vergleich zu Fichte deutlich niedriger und führt zu einer rund 15% grösseren Sickerwasserspende bezogen auf den Freilandniederschlag. Die Bodenfeuchte differierte im Winter zwischen den Bestandestypen nicht. Im Frühjahr ist der Boden unter Fichte wegen des früheren Transpirationsbeginns trockener. Dieses Verhältnis kehrt sich mit dem Blattaustrieb der Buche im späten Frühjahr um. Im Mischbestand waren keine Interaktionseffekte nachweisbar. Die untersuchten Komponenten des Wasserhaushaltes verhielten sich streng additiv. 3. Kohlenstoff- und Stickstoffvorräte - Die Kohlenstoffvorräte sind im Buchenbestand mit 90 t ha-1 rund 10% niedriger als im Fichtenbestand. Die Vorräte im Mischbestand liegen in derselben Grössenordnung wie im Fichtenbestand. Bei den Stickstoffvorräten scheint die Bestandesgeschichte eine entscheidende Rolle zu spielen.
ExemplarnummerSignaturLeihkategorieFilialeLeihstatus
14152918316ZeitschriftInstitut für Waldökologie und BodenAusgeliehen