Titel
Untersuchungen von Boden und Nadeln, Zuwachs und Kronenzustand auf vier Waldstandorten in Vorarlberg
Verfasser
Erscheinungsort
Wien
Verlag
Erscheinungsjahr
1996
Seiten
120 S.
Illustrationen
72 Lit. Ang.
Material
Bandaufführung
Standardsignatur
11920
Datensatznummer
97780
Quelle
Abstract
Auf vier Dauerbeobachtungsflächen in Vorarlberg wurden im Rahmen einer Waldzustandserfassung Boden- und Nadelkennwerte, Zuwachs und Nadelmassen sowie die zeitliche Entwicklung des Kronenzustandes erhoben und interpretiert. Für die Bodenuntersuchungen wurden pro Probefläche zehn Probepunkte in einem Raster festgelegt und jeweils mittels drei Einschlägen Mischproben dreier Tiefenstufen geworben. Für die Untersuchungen der Nadelgehalte, des Zuwachses und der Nadelmassen wurden pro Probeflaeche je sechs vorherrschende und herrschende Fichten der Kronenzustandsklassen 1, 2 und 3 ausgewählt. Die zeitliche Entwicklung des Kronenzustandes der vier Beobachtungsflächen mittels Luftbildinterpretation basiert auf der Ansprache von ursprünglich etwa 100 Bäumen (Fichten und Tannen) je Versuchsfläche. Weiters wurde versucht, Zusammenhänge zwischen Kronenzustand, Zuwachs und Ernährungssituation anhand der Nadelspiegelwerte und Bodenzustand der untersuchten Bestände zu beschreiben. Bodenuntersuchungen - Die Beurteilung des Bodenzustandes brachte folgene Ergebnisse: Die Grundausstattung der vier Versuchsflächen mit den lithogenen Makroelementen Phosphor, Calcium, Magnesium und Kalium (Gesamtgehalte) stellt sich unterschiedlich dar. Insbesondere die Phosphorgehalte der einzelnen Standorte zeigen auffallende Abweichungen: einerseits die sehr niedrigen Gehalte der Versuchsfläche Schlins, andererseits die extrem hohen der Fläche Hohenems, die höchstwahrscheinlich geogenen Ursprungs sind. Die bodenchemischen Kennwerte hinsichtlich des Säurestatus der Versuchsflächen lassen starke Unterschiede erkennen. Während auf den Standorten Schlins und Mittelberg die pH-Werte, Basensummen und Basensättigung auf eher geringe Versauerungsgefährdung schliessen lassen, konnte für die Böden der Versuchsflächen Hohenems und Jungholz starke Belastung bzw. Gefährdung hinsichtlich ihrer Acidität festgestellt werden. Fortgeschrittene Entbasung dieser Böden, vermutlich auch aufgrund anthropogener Immissionen, zeichnen ein Bild labiler Standorte, deren Vegetation starker Gefährdung durch säurebedingte Schaeden bzw. Nährstoffmangel ausgesetzt ist. Als Indiz für einen generellen Säureeintrag zumindest auf der Versuchsfläche Schlins kann auch die Tatsache angeführt werden, dass die Basenvorräte eines Probepunktes im Stammabflussbereich einer Buche mehrheitlich unter die Minima der Basensummen aller anderen Punkte der Untersuchungsfläche fallen. Die Gehalte der austauschbaren Kationen Calcium und Magnesium spiegeln im wesentlichen die jeweiligen Säurehaushalte der vier Versuchsflächen wider. Hohe Konzentrationen austauschbaren Eisens wurden am Standort Hohenems gefunden, ein möglicher Hinweis auf die weit fortgeschrittene Versauerung dieses Bodens. Aus den Ergebnissen der Bodenuntersuchung kann abgeleitet werden, dass weitere erhoehte Einträge versauernder Substanzen besonders für die Standorte Hohenems und Jungholz kritisch zu werten sind. Im Sinne eines umfassenden Boden- und Vegetationsschutzes müssten für diese Standorte dringend Massnahmen gesetzt werden, die die offenbar erhoehten Einträge versauernder Stoffe unterbinden. Die Untersuchung der Schwermetallaustattung der vier Probeflächen in Vorarlberg brachte für die Elemente Cadmium und Blei bemerkenswerte Ergebnisse. Besonders der Standort Hohenems aber auch die Fläche Jungholz zeigen eine deutliche Belastung mit diesen beiden Elementen, deren Ursache vermutlich in diffusen Fernimmissionen zu sehen ist. Mangelerscheinungen an essentiellen Mikronährstoffen (wie z.B. Kupfer und Zink) könnten am Standort Hohenems bei fortschreitender Tendenz der schon jetzt als kritisch einzuschätzenden Bodenaciditaet auftreten. Nadelkennwerte - Die Analyse von Nährstoffgehalten in Nadeln und die Beurteilung der Baumernaehrung nach starren Richtwerten ist generell schwierig.