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  • Titel
    Luftguete- und Windmessungen in Pillersdorf. Februar 1992 bis Maerz 1994 : Untersuchung des grenzueberschreitenden Schadstofftransports im noerdlichen Niederoesterreich
  • Verfasser
  • Erscheinungsort
    Wien
  • Verlag
  • Erscheinungsjahr
    1996
  • Seiten
    103 S.
  • Material
    Bandaufführung
  • Standardsignatur
    11920
  • Datensatznummer
    97779
  • Quelle
  • Abstract
    Das Umweltbundesamt betreibt seit Februar 1992 im noerdlichen Weinviertel in Niederoesterreich die Messtelle Pillersdorf (Gemeinde Zellerndorf), an welcher die Luftschadstoffe Schwefeldioxid, Schwebestaub, Stickstoffmonoxid, Stickstoffdioxid und Ozon sowie eine Reihe meteorologischer Parameter gemessen werden. Ziel der Messung ist die Erfassung der grossraeumig repraesentativen Schadstoffbelastung im noerdlichen Niederoesterreich und insbesonders die Identifizierung von grenzueberschreitendem Schadstofftransport aus Tschechien. Zur Interpretation der Immissionsmessungen wurde an der Messtelle von Februar 1992 bis Maerz 1994 zusaetzlich ein Akustikradar (SODAR) v.a. zur Erfassung des Windes bis 500m ueber dem Boden betrieben. Die Belastung liegt bei Schwefeldioxid (SO2) und Ozon ueber dem oesterreichischen Durchschnitt, sowohl was die mittlere Belastung als auch die Spitzenwerte betrifft. Die Messungen ergaben deutlich erhoehte Schwefeldioxid-Belastung bei Nordwest- bis Nordostwind. Besonders hohe Schwefeldioxid-Belastungen traten im Winter bei Vorherrschen sehr kalter und trockener kontinentaler Luftmassen auf, die von hochreichenden Bodeninversionen gekennzeichnet waren. Diese Wetterlagen waren einerseits durch erhoehte Schwefeldioxid-Emissionen aus Kraft- und Heizwerken sowie Hausbrand - infolge tiefer Temperaturen - gekennzeichnet, andererseits durch meteorologische Bedingungen (Inversionen), die die Schadstoffanreicherung in bodennahen Luftschichten beguenstigen. Da bei mittleren Windgeschwindigkeiten (um 5 m/s) im Winter meist hoehere Schwefeldioxid- Konzentrationen als bei windschwachen Verhaeltnissen auftraten, duerften Emittenten in groesserer Entfernung die wesentliche SO2-Quelle sein. Die Auswertungen legen den Schluss nahe, dass Ferntransport von Schwefeldioxid aus den noerdlichen Nachbarstaaten Oesterreichs die Belastungssituation im noerdlichen Niederoesterreich dominiert. Die Spitzenwerte der SO2-Belastung traten - mit ueber 0,20 mg/m3 als Halbstundenmittelwert - im Februar und November 1993 bei Transport kontinentaler Kaltluft aus Nord bis Ost - verbunden mit einer hochreichenden Bodeninversion - auf. SO2-Konzentrationen ueber 0,15 mg/m3 wurden aber auch bei Wetterlagen mit anhaltendem Schneefall bei zuegigem Nord- bis Nordwestwind beobachtet. Der Verlauf der SO2- Konzentration weist bei Ost- bis Nordwind keinen unmittelbaren Zusammenhang mit dem oertlichen Wind auf, sondern wird offenbar durch die grossraeumigen Verhaeltnisse des Wind- und Konzentrationsfeldes im Luv der Messtelle entscheidend mitbestimmt. Der hoechst in Pillersdorf gemessene Monatsmittelwerte der SO2-Belastung betrug 0,053 mg/m3 (Februar 1993), der maximale Tagesmittelwert 0,180 mg/m3 (4.2 1993), der maximale Halbstundenmittelwert 0,257 mg/m3 (30.11. 1993). Der Grenzwert gemaess Immissionsschutzvereinbarung BGBl. 443/1987 von 0,20 mg/m3 als HMW (bis zu drei HMW unter 0,50 mg/m3 gelten nicht als Ueberschreitung) wurde an zwei Tagen (4.2. und 30.11. 1993) ueberschritten. Im Jahresmittel weist Pillersdorf 1993 mit 18 mg/m3 eine vergleichbare SO2-Belastung auf wie die meisten Messtellen im noerdlichen Niederoesterreich; der Osten Niederoesterreichs (beeinflusst durch Emissionen aus Bratislava), einige Wiener Messtellen sowie emittenten nahe Messtellen in Kaernten und der Steiermark waren 1993 - mit Jahresmittelwerten ueber 0,020 mg/m3 - deutlich hoeher belastet, doch war 1993 die mittlere SO2-Belastung in Pillersdorf hoher als z.B. in Graz, Linz, Salzburg und Klagenfurt, aber auch Lenzing, Hallein oder Poels. Die Ozonbelastung liegt in Pillersdorf in einem aehnlichen Bereich wie an den meisten niederoesterreichischen Messtellen. Die Extremwerte bleiben deutlich hinter jenen zurueck, welche im Raum Wien auftreten; 0,20 mg/m3 als Dreistundenmittelwert wurden im Untersuchungszeitraum an 2 Tagen (im August 1992) erreicht. Die mittlere Ozonbelastung ist vergleichsweise hoch, was vor allem auf die relativ hohen naechtlichen Konzentrationen - ...
ExemplarnummerSignaturLeihkategorieFilialeLeihstatus
141612111920ZeitschriftZeitschriftenmagazinVerfügbar