Aktionen
Anzeigeoptionen
  • Titel
    Ökologische Effekte von Nutzpflanzen-Grundlagen für die Beurteilung transgener Pflanzen?
  • Verfasser
  • Erscheinungsort
    Wien
  • Verlag
  • Erscheinungsjahr
    1996
  • Seiten
    54 S.
  • Illustrationen
    28 Lit. Ang.
  • Material
    Bandaufführung
  • Standardsignatur
    11920
  • Datensatznummer
    97744
  • Quelle
  • Abstract
    Die Risiikoabschätzung transgener, d.h. gentechnisch veränderter Pflanzen anhand der EU-RL 94/15/EG hat die Überprüfung zum Ziel, ob Risiken als Folge des Auftretens unerwünschter Effekte bestehen. Für diese Abschätzung soll es nicht auf die Art der Herstellung, sondern auf die Eigenschaften des jeweiligen Organismus ankommen; sie setzt daher voraus, dass es möglich ist, von bestimmten Eigenschaften einer Pflanze auf ihr Verhalten zu schliessen. Um diese Annahme zu überprüfen, wurde erhoben, was über ökologische Effekte, wie sie u.a. Gegenstand der Risikoabschätzung für transgene Pflanzen sind, aus dem Anbau von elf konventionellen (nicht transgenen) Nutzpflanzen bekannt ist. Dabei wurden von vornherein keine Einschränkungen bezüglich der Art der Effekte vorgenommen. Anhand dreier Beispiele wurden die Kriterien in Anhang II B der EU-RL 94/15/EG daraufhin untersucht, ob sie die erhobenen Effekte erfassen können. Es zeigte sich, dass es kaum möglich ist, von Eigenschaften direkt auf Effekte zu schliessen. Ein (eingeschränkter) Zusammenhang ist in einigen Fällen erkennbar, wenn Zeit und Fläche überblickbar und die Pflanze genau bekannt ist. Eine sinnvolle Risikoabschätzung für langlebige und genetisch heterogene Pflanzen (etwa für Waldbäume) erscheint daher wenig aussichtsreich. In der Landwirtschaft wiederum haben bestimmte Praktiken wesentlichen Einfluss auf ökologische Effekte, die - wegen des geringeren Zeithorizontes - eher erkennbar sind; langfristige Auswirkungen sind aber kaum abzuschätzen. Unerwünschte Auswirkungen, die mit bestimmten Eigenschaften in Verbindung gebracht werden konnten, stehen oft in Zusammenhang mit einer geringeren Angepasstheit an hiesige Umweltbedingungen (z.B. an das Klima), sie finden im Rahmen einer herkömmlichen Risikoabschätzung aber meist weniger Beachtung. Die Ergebnisse des vorliegenden Projekts legen nahe, einige Prämissen, auf denen die derzeitige Beurteilung transgener Pflanzen beruhen, zu hinterfragen: - Schlüsse von phänotypischen Eigenschaften auf zu erwartende Effekte sind häufig nicht mit ausreichender Sicherheit möglich - dies ist aber eine Voraussetzung für die derzeit praktizierte Art der Risikoabschätzung. - Das "Prinzip der Vertrautheit" - von der OECD propagiert - erscheint für die Risikoabschätzung gentechnisch veränderter Pflanzen deswegen wenig hilfreich, weil über ökologische Effekte aus dem Anbau herkömmlicher Nutzpflanzen, die sich auf bestimmte Eigenschaften zurückführen lassen und damit einer Risikoabschätzung zugänglich wären, bisher zuwenig bekannt ist, als dass sichere Aussagen möglich wären. - Auch das "exotic species"- Modell leistet keine wesentliche Hilfe bei der Abschätzung, da dessen generelle Übertragbarkeit auf gentechnisch veränderte Organismen zweifelhaft und eine prognostische Aussage im Einzelfall kaum möglich ist. Das Modell trifft vielmehr Aussagen auf statistischer Basis über mittel- und langfristige Effekte durch eingeführte Arten. - Die Signifikanz der Parameter Gentransfer und Verwilderungstendenz ist in der Praxis wesentlich geringer als ihre Bedeutung bei der Risikoabschätzung, wo sie bisher im Mittelpunkt standen. - Ökologische Effekte, die grosse praktische Bedeutung haben, werden hingegen bei der Risikoabschätzung nicht berücksichtigt, weil sie die landwirtschaftliche Praxis betreffen. Der Grund liegt darin, dass der Schluss von Pflanzeneigenschaften auf Auswirkungen bereits bei einfacheren Sachverhalten problematisch ist und Zusammenhänge zwischen bestimmten Pflanzeneigenschaften, der landwirtschaftlichen Praxis und ökologischen Effekten noch schwieriger herzustellen sind. Angaben zur Praxis sind ausserdem schwer überprüfbar.
ExemplarnummerSignaturLeihkategorieFilialeLeihstatus
141453511920ZeitschriftInstitut für Waldbiodiversität und NaturschutzAusgeliehen