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  • Titel
    Ergebnisse der bundesweiten Bodenzustandserhebung im Wald (BZE) in Niedersachsen 1990-1991
  • Verfasser
  • Erscheinungsort
    Frankfurt am Main
  • Verlag
  • Erscheinungsjahr
    1997
  • Seiten
    205 S.
  • Illustrationen
    zahlr. Lit. Ang.
  • Material
    Bandaufführung
  • Standardsignatur
    4733
  • Datensatznummer
    96992
  • Quelle
  • Abstract
    Im Rahmen der bundesweiten Bodenzustandserhebung im Wald (BZE) wurden im Land Niedersachsen 192 Aufnahmepunkte im Wald beprobt. Diese Punkte sind identisch mit den Erfassungspunkten der WZE. Neben einer standörtlichen Ansprache wurden Boden-, Humus- sowie Blatt- bzw. Nadelproben entnommen. Die bodenkundlichen Analysen umfassten Messung der pH-Werte, Bestimmung der austauschbaren Kationen (Ake), Konzentrationsmessungen in der Bodenlösung, Ermittlung der Trockenraumdichte sowie Messung der Gesamtgehalte im Humus und den Blattorganen. Zusätzlich erfolgte an den für Blatt- und Nadelanalysen beprobten Bäumen eine Schadsprache nach den Vorgaben der WZE. Die Geländearbeiten wurden 1990 und 1991 durchgeführt. Sowohl die Aussenaufnahmen wie Profilansprache und Probenahme als auch die Laboranalysen erfolgten nach den Richtlinien der BZE-Arbeitsanleitung. Die Mehrzahl der untersuchten Standorte weist Kennzeichen einer erheblichen Bodenversauerung auf. Wichtige Parameter zur Beurteilung sind pH-Wert, Basensättigung, Anteile von Protonen und Eisen am Austauscher sowie aufgespeicherte Säuremengen. Besonders gravierend ist die Tatsache, dass bereits mehr als 90% aller Standorte im Oberboden (0-30cm) mit pH-Werten unter 4,2 liegen und damit dem Aluminium-, Al/Fe- und Eisenpufferbereich zuzuordnen sind. Selbst in allen Bodentiefen unterhalb von 60cm liegen die medianen pH(KCl)-Werte noch im Al-Pufferbereich. Nur noch 6% aller pH(KCl)- Werte liegen im Carbonat- und 7% im Silikat-Pufferbereich. Die Basensättigung ist insgesamt gering. Im Bereich von 10-60cm Tiefe beträgt die Basensättigung für fast 60% aller Profile weniger als 15%. Nahezu die Hälfte aller Profile weist eine Basensättigung von weniger als 10% in diesem Tiefenbereich auf. In der Bodenlösung wird die potentielle Gefahr von Aluminium-Toxizitaet durch die starke Zunahme von Aluminium in der Lösung mit abnehmendem pH-Wert aufgezeigt. Die Konzentration von Aluminium können bis über 50 mg/l erreichen und stellen vor allem im Hauptwurzelraum ein deutliches Risiko dar, da gleichzeitig ein Zusammenhang zwischen der Basensättigung und dem Risiko von Aluminium-Toxizität besteht. Besonders hoch wird dieses Gefährdungspotential bei Basensättigungen unter 15%. Mit Ausnahme des Carbonat- und Silikat-Pufferbereiches liegen alle Mittelwerte der Al-Konzentrationen bereits über 0,2 mg/l. Ein Drittel der Standorte birgt ein 50%iges Risiko fuer Al-Toxizität. Hohe Anteile von Protonen und Eisen am Austauschkomplex reduzieren die Elastizitaet des Systems. Im Oberboden besitzen zwei Drittel (Tiefenstufe 0-5cm) bzw. die Hälfte aller untersuchten Waldböden (Tiefenstufe 5-10cm) nur noch eine sehr geringe Elastizität hinsichtlich dieser Parameter. Sulfat ist das bestimmende Ion in der Bodenlösung. Hohe Anteile von Sulfat an den Ionensummen der Bodenlösung von über 50% im Durchschnitt deuten auf anthropogene Schwefeleinträge und damit verbundene depositionsbedingte Versauerung hin. Bei der Bewertung der Nitrat-Gehalte in der Bodenlösung (EXT) können trotz sehr hoher N-Vorräte im System und anzunehmender überreichlicher Stickstoff-Deposition noch geringe Nitratausträge abgeleitet werden. Allerdings zeigt der Vergleich zwischen 1:2-Extrakt (EXT) und Gleichgewichtsbodenlösung (GBL) bei letzterer Methode generell höhere Konzentrationen. Diese liegen im Extrakt bei durchschnittlich 0,3 mg Nitrat.N/l und in der GBL mit 1,9 mg Nitrat-N/l ebenfalls im völlig unbedeutenden Bereich, können aber im westlichen Niedersachsen auch äusserst bedenkliche Werte bis zu 35 mg Nitrat-N/l erreichen. Eine Überschreitung des Trinkwassergrenzwertes von 50 mg Nitrat/l wurde nur an 6 Standorte und nur in der GBL gefunden. 92% aller Nitrat-Werte im EXT liegen unterhalb der Nachweisgrenze. Die Konzentrationen von Aluminium in der Bodenlösung lässt nicht nur auf einen erheblichen Austrag, sondern auch auf eine Gefährdung nachfolgender aquatischer Systeme schliessen.
ExemplarnummerSignaturLeihkategorieFilialeLeihstatus
14169404733ZeitschriftZeitschriftenmagazinVerfügbar