Titel
Risiko von Sturm- und Folgeschäden in Abhängigkeit vom Standort und von waldbaulichen Eingriffen bei der Umwandlung von Fichtenreinbeständen
Verfasser
Körperschaft
Erscheinungsort
Göttingen
Verlag
Erscheinungsjahr
2002
Seiten
171 S.
Illustrationen
42 Abb., zahlr. Lit. Ang.
Material
Bandaufführung
Standardsignatur
12164
Datensatznummer
96940
Quelle
Abstract
Die niedersächsiche Landesforstverwaltung sieht seit 1997 zur Überführung von Fichtenreinbeständen in Mischbestände auf Standorten, die der Fichte eine gute Bodenverankerung erlauben (d.h. den sogenannten "stabilen" Standorten), die Zieldurchmesserernte vor. Hierdurch kann das Windwurfrisiko in Fichtenbeständen erhöht werden. Die Hauptziele vorliegender Arbeit sind: 1. Erfassung des Windwurfrisikos in stabilen Fichtenaltbeständen des Sollings in Abhängigkeit vom Standort. 2. Bildung von Standortrisikoklassen und Erfassung eventueller Unterschiede der Grobwurzelarchitektur von auf diesen Standorten stockenden Fichten. 3. Auswirkungen unterschiedlicher Eingriffsarten und vorheriger Sturmschäden in den Beständen auf das Windwurfrisiko. Insgesamt stehen zur Beantwortung dieser Probleme im Solling ca. 4000 ha stabile Fichtenaltbestände zur Verfügung. Als stabil gelten im Solling mehr oder weniger stark lößbeeinflußte, gut drainierte Buntsandsein-Standorte. Aus diesen 4000 ha wurden Bestände mit einer Fläche von 497 ha nach folgenden Kriterien gezielt ausgesucht: - Überführungskonzept: 50% Stichprobenfläche (ca. 250 ha) befinden sich in der "aktiven" Überführungsphase durch Zieldurchmessernutzungen, 50% (ca. 250 ha) werden "passiv" überführt. Hier erfolgten Niederdurchforstungen und teilweise Buchenvoranbauten in Bestandeslücken (Windwurf- und Käferlöcher). - Windwurfschäden in den Beständen: 10% der gesamten Fläche ist überhaupt nicht von Windwurf betroffen, 60% der untersuchten Fläche weist innerhalb der Bestände leichte Windwurfschäden bis zur Horstgröße auf, 30% der untersuchten Fläche weist flächige Windwurfschäden von Horstgröße bis zu maximal 1 ha auf. - Bestandeslagerung: Es wurden soweit möglich 10 ha große, zusammenhängende Altbestandes-Blöcke ausgewählt. Alle Bestände verteilen sich auf 8 große Bereiche, die den gesamten Solling abdecken. Über die derartig ausgewählte Untersuchungsfläche wurde das 100*100m-Raster der niedersächsischen Kontrollstichprobe gelegt. An jedem der 498 Meßpunkte erfolgte zur Standorterfassung eine Pürkhauerbohrung und Tongehaltsbestimmung mit der Fingerprobe. Ebenfalls Meßpunktweise erfolgte innerhalb von Probekreisen mit einem Radius von 7m die Aufnahme jedes im Probekreis stehenden Baumes mit Kraft'scher Klasse, BHD, Höhe und Kronenlänge. Von jedem im Probekreis liegenden Stubben wurde der Durchmesser sowie seine Entstehungsart und sein annähernder Enstehungszeitpunkt erfaßt. Mit Hilfe eines selbst entwickelten einzelbaumorientierten Wuchsmodells konnte innerhalb der Probekreise sämtliche Bestandesstrukutren zwischen 1974 und 2000 ermittelt werden. Die Regionalisierung der Ergebnisse auf den gesamten Solling erfolgte über eine Zufallsstichprobe. Aus ca. 4000 möglichen Probepunkten des Rasters der niedersächsischen Kontrollstichprobe wurden hierzu 298 Probepunkte zufällig ausgewählt. Die Vorgehensweise an den jeweiligen Meßpunkten war analog zu der gezielten Stichprobe.