Titel
Die Weisstanne (abies alba Mill.) und ihr tragisches Schicksal im Wandel der Zeiten : Ein forstgeschichtlicher Beitrag zum waldbaulichen Verständnis der Tanne als Baumart des naturnahen Waldes, die Ursachen ihres Rückgangs nach praktischen Erfahrungen und forstwissenschaftlichen Erkenntnissen
Verfasser
Erscheinungsort
Augsburg
Erscheinungsjahr
1993
Seiten
334 S.
Illustrationen
462 Lit. Ang.
Material
Monographie
Standardsignatur
13271
Datensatznummer
93104
Abstract
In der vorliegenden waldgeschichtlichen Arbeit konnten für die Zeit mehrere Jahrhunderte vielfach tiefe Einblicke in das bewegte Schicksal der Tanne in grösseren Teilen des mitteleuropäischen Waldes vermittelt werden. Es hat sich dabei gezeigt, dass die waldbauliche Rolle der Tanne - abgesehen von einigen kurzen förderlichen Perioden der Wertschätzung und Begünstigung - häufig von mangelhaften Kenntnissen ihrer Lebensansprüche und Vorzüge, von Vorurteilen verschiedener Art sowie von entsprechender waldbaulicher Vernachlässigung und Misserfolgen geprägt war. Infolge ihrer Erkrankung durch die anhaltenden Schadstoffimmissionen hat in den letzten Jahrzehnten das Interesse am Tannenanbau bedenklich nachgelassen. Die Erhaltung dieser Baumart für unsere Wälder ist auch im Hinblick auf die gegenwärtig meist schon zahlenmässig nicht mehr nachweisbaren geringen Bestockungsanteile ernsthaft in Frage zu stellen. Die Forstwirtschaft möge sich darüber klar werden, dass bei einem möglichen Verlust der Tanne in unseren sowieso schon meist sehr einförmigen, eintönigen und instabilen Wäldern eine weitere Entmischung, damit ein Leistungsabfall, eine unverantwortliche ökologische Verarmung und eine zusätzliche Gefährdung durch Sturm und Insekten unvermeidbar wäre. Der zu erstrebende naturnahe Wald kann jedoch nur ein sinnvoll gemischter Wald sein, der die geforderte optimale funktionelle Vielfältigkeit nur gewähren kann, wenn ausser anderen erwünschten und geeigneten Baumarten jedenfalls auch der Tanne ein standortsangepasster und waldgeschichtlich angemessener Bestockungsanteil eingeräumt wird. Schliesslich möchte der Verfasser hoffen, mit der vorliegenden Untersuchung auch erneut einen Beweis für die Notwendigkeit waldgeschichtlicher Forschung erbracht zu haben, ein Unterfangen, das als Voraussetzung der Gewinnung sicherer Grundlagen für die Beurteilung waldbaulicher Zustände und Entwicklungen wie für die Planung zeitgemässer und zukunftsorientierter Ziele der Waldgestaltung unverzichtbar ist.