Titel
Wurzelphysiologische Untersuchungen an verschiedenen Fichtenherkünften : Dissertation
Verfasser
Erscheinungsort
Innsbruck
Verlag
Erscheinungsjahr
1983
Seiten
157 S.
Illustrationen
4 Abb., 4 Tab., zahlr. Lit. Ang.
Material
Monographie
Standardsignatur
11282
Datensatznummer
92034
Abstract
Diese Arbeit beinhaltet in erster Linie wurzelphysiologische Laboruntersuchungen an unterschiedlich alten, grossteils aus dem österreichischen, aber auch ausserösterreichischen Raum stammenden Fichtenprovenienzen. Das Saatgut der einzelnen Provenienzen kommt aus verschiedenen Höhenlagen und ist nach den klimatischen Gegebenheiten der Standorte der Mutterbäume in Hoch- (HLH) und Tieflagenherkünfte (TLH) eingeteilt. In den Kapiteln Keimlingswachstum, Wiederbewurzelung, Wurzelatmung und Frosthärte wurden der genetische Einfluss und die Reaktion der Herkünfte auf veränderte Umweltbedingungen (meist Warm- und Kaltadaptation bzw. -anzucht) vor allem vergleichend untersucht, während im sogenannten kombinierten Herkunftsversuch die Problemgebiete Wiederbewurzelung, Wurzelatmung und Frosthärte mehr kausalanalytisch behandelt wurden. Bei den Keimlingswachstumsuntersuchungen konnte eine vererbte Anpassung der HLH an die Umweltbedingungen in Hochlagen festgestellt werden, denn bei Temperaturen von 10, 15 und 20 C wachsen die aus Hochlagensaatgut stammenden Keimlinge langsamer, bei 5 C hingegen schneller als die aus Tieflagensaatgut angezogenen Keimlinge. Die HLH beendigen ausserdem die Streckung des Hypokotyls immer früher als die TLH und können somit auch früher mit der Ausbildung der Triebe beginnen. Die Wiederbewurzelungsversuche haben ergeben, dass die Neubewurzelung der Fichtenherkünfte nach dem Versetzen (ausgedrückt durch das Verhältnis Altwurzeln : Neuwurzeln) stark von der Bodentemperatur abhängig ist und eine saisonale Periodizität aufweist. Das Wurzelregenerationsvermögen beträgt bei 12 C nur mehr 18% u. bei 5 C gar nur mehr 0.8% dessen bei 20 C. Die Neubewurzelung steigt bei 20 C von Beginn des Triebwachstums im April/Mai zur vollen Austriebsphase im Juni/Juli stark an und erreicht nach Beendigung der Triebstreckung im Oktober/November das Maximum. Bei einer Bodentemperatur von 5 C verhält sich die Periodizität des Wurzelwachstums gegenteilig zu der bei 20 C. Herkunftsbedingte Unterschiede bezüglich des Wurzelregenerationsvermögens treten zwar auf, die Resultate sind aber wegen des unterschiedlichen Alters der Herkünfte (THL 4-jährig, HLH 5-jährig) nicht direkt vergleichbar. Aus den Wurzelatmungsmessungen ist hervorgegangen, dass die Wurzelatmung der Fichtensämlinge von Anzuchtstemperatur, Temperaturadaption, Herkunft und dem Neuwurzelanteil abhängt. Allgemein haben Pflanzen mit einem hohen Anteil an Neuwurzeln auch eine höhere Wurzelatmung als Pflanzen mit einem geringeren Neu-Altwurzel-Verhältnis.