Titel
Rindenflechten im oberoesterreichischen Zentralraum und ihre Abhaengigkeit von Umwelteinfluessen
Verfasser
Erscheinungsort
Linz
Verlag
Erscheinungsjahr
1979
Seiten
69 S.
Illustrationen
zahlr. Abb., Tab., 81 Lit. Ang.
Material
Bandaufführung
Standardsignatur
10627
Datensatznummer
91834
Quelle
Abstract
Im oberoesterreichischen Zentralraum wurde die Verbreitung und Zusammensetzung der Flechtenvegetation auf Birn- und Apfelbaeumen untersucht. Die kartographische Darstellung, entworfen auf Grund der qualitativen Auswertemethode nach BESCHEL und nach der IAP-Methode von LeBLANC und DeSLOOVER zeigen eine deutliche Zonierung. In der Aussagekraft unterscheiden sich jedoch die beiden Methoden. Zur Abgrenzung immissionsbelasteter Gebiete eignet sich die IAP-Methode besser, da alle vorkommenden Arten, ihr Deckungsgrad und ihre Vitalitaet beruecksichtigt werden. Die Flechten bevorzugen primaer, wegen der guenstigen Feuchtigkeitsverhaeltnisse, die West-, Suedwest- und Nordwestexposition. Die positive Korrelation zwischen Artenzahl bzw. IAP-Werten und Seehoehe ist auf eine bessere Durchlueftung und eine niedrigere Inversionshaeufigkeit mit zunehmender Hoehenlage zurueckzufuehren. Der Einfluss des Stadtklimas auf den Flechtenbewuchs ist unbedeutend im Vergleich zur Wirkung der Luftverunreinigungen. Wegen des neutral-, bis leicht basisch reagierenden geologischen Untergrundes reichen trotz Immissionsbelastung die neutrophilen Arten Physcia orbicularis und Parmelia sulcata ganz nahe an die Flechtenwueste heran. Zwischen Artenanzahl und Siedlungsdichte besteht ein deutlicher Zusammenhang. Das Areal der belasteten Zonen wird durch die vorherrschenden Windrichtungen beeinflusst. Die Verwendung der Borken-pH- Werte zur Charakterisierung eines Immissionsbelastung ist nur in begrenzten Faellen moeglich. Seit 1963 (BORTENSCHLAGER und SCHMIDT) breiteten sich die flechtenarmen Zonen enorm aus. Die Zone 5 (Flechtenwueste) hat eine Ausdehnung von ca. 32 km2, die innere Kampfzone ungefaehr 63 km2, also ingesamt beinahe 100 km2. Verbreitungskarten verdeutlichen die unterschiedliche Empfindlichkeit der einzelnen Flechtenarten gegenueber Luftverunreinigungen. Der Flechtenbewuchs ist pflanzensoziologisch dem Verband Xanthorion parietinae zuzuordnen. Das Physcietum ascendentis reicht mit seinen Varianten am weitesten in die Belastungsgebiete hinein. Das Parmelietum acetabuli waechst in schwach beeinflussten Bereichen oder in der Normalzone. Typisch fuer die Normalzone ist das artenreiche Parmelietum caperatae.