Titel
Langfristige Angebots- und Nachfrageprognosen fuer Holzprodukte in Oesterreich. Ein Beitrag zur Studie "European Timber Trends and Prospects/ Into the 21st Century"
Verfasser
Erscheinungsort
Wien
Verlag
Erscheinungsjahr
1996
Seiten
129 S.
Illustrationen
30 Lit. Ang.
Material
Bandaufführung
Standardsignatur
10347
Datensatznummer
91632
Quelle
Abstract
Hintergrund - Seit fuenf Jahrzehnten veroeffentlichen die beiden UNO- Organisationen, ECE (Economic Commission for Europe) und FAO (Food and Agriculture Organisation) gemeinsam Studien ueber langfristige Zukunftsaussichten der Forst- und Holzwirtschaft fuer ECE-Mitgliedslaender. Die vorliegende Arbeit stellt einen Beitrag zur fuenften Studie, 'European Timber Trends and Prospects: Into the 21st Century" (ETTS V), dar. Sie umfasst oekonometrische Schaetzungen des Angebots und der Nachfrage von Holzprodukten in Oesterreich sowie Prognosen bis zum Jahr 2020. Darueber hinaus wird, ausgehend von der Produktion von Holzprodukten, dem Nettoaussenhandel mit Rohholz sowie mit anderen Rohstoffen, der Bedarf nach Rohholz aus Oesterreichs Wald abgeleitet. Aus Gruenden der Vergleichbarkeit entspricht die Vorgangsweise im wesentlichen jener, wie sie von der ECE/FAO fuer ETTS V angewendet wird. Allerdings bestehen folgende, aus oesterreichischer Sicht wichtige Abweichungen: - Die Schaetzungen der Angebots- und Nachfragegleichungen fuer die Prognosen beruhen - wann immer dies moeglich war - auf oesterreichischen, und nicht auf ECE/FAO-Daten. - Zukuenftige Schaetzungen des Nettoaussenhandels mit Roh- und Halbstoffen (Holz, Zellstoff/Holzschliff, Altpapier) sowie des Recyclings und Einsatzes von Altpapier, der Produktion und des Verbrauches von Saegenebenprodukten beruhen nicht einfach auf Annahmen, sondern ergeben sich ebenfalls aufgrund oekonometrischer Schaetzungen, Damit kann der besonderen Dynamik dieser Entwicklungen in Oesterreich Rechnung getragen werden. - Sperrholz, das in der oesterreichischen Statistik vor allem Massivholzplatten aller Art umfasst, wird aus der Berechnung des abgeleiteten Rohholzbedarfs ausgeklammert. Da diese Platten aus Schnittholz (und nicht direkt aus Rundholz) hergestellt werden, ist der Holzverbrauch fuer ihre Erzeugung bereits im Schnittholzverbrauch enthalten. Methodik - Drei Kategorien von Angebots- und Nachfragegleichungen wurden fuer industriell erzeugte Holzprodukte oekonometrisch geschaetzt: - Importnachfrage - Inlandsnachfrage (aus inlaendischer Produktion) = Inlandsangebot (fuer inlaendischen Markt) - Exportangebot. Der gesamte Inlandsverbrauch (Inlandsnachfrage) entspricht der Summe aus Importen und dem Inlandsverbrauch aus inlaendischer Produktion, die gesamte Produktion ergibt sich aus der Summe der Produktion fuer den Inlandsmarkt und fuer Exporte. Fuer folgende Produkte wurden Angebots- und Nachfragegleichungen geschaetzt: - Nadelschnittholz - Laubschnittholz - Spanplatten - Faserplatten - Zeitungspapier - Sonstiges Druck- und Schreibpapier - Sonstiges Papier & Pappe. Die Prognosen fuer Sperrholz, Furniere, Brennholz und sonstigem Nutzholz beruhen auf gutachtlichen Schaetzungen, welche von der ECE/FAO uebernommen wurden. Im ETTS-Prozess wird in Form einer sogenannten "Konsistenzanalyse" geprueft, inwieweit der abgeleitete Holzbedarf aus Oesterreichs Wald mit den prognostizierten Holzeinschlaegen uebereinstimmt bzw. diese Groessen auseinanderklaffen. Waehrend die prognostizierten Holzeinschlaege nicht von der ECE/FAO berechnet, sondern von Laendervertretern nach Genf gemeldet werden, ergibt sich der abgeleitete Holzbedarf aus der prognostizierten Produktion industrieller Holzprodukte, aufgrund von Konversionsfaktoren und unter Einbeziehung des Aussenhandels mit Rohholz sowie des Einsatzes von Altpapier und Saegerestholz. Fuer diese Konsistenzanalyse werden von ECE/FAO Annahmen ueber den Aussenhandel mit Roh- und Halbstoffen (meist konstant gesetzt) sowie das Aufkommen und den Einsatz von Altpapier und Saegenebenprodukten getroffen. In dieser Arbeit werden Annahmen durch oekonometrisch geschaetzte Zusammenhaenge weitgehend ersetzt und endogenisiert. Damit kann der Dynamik dieser Entwicklungen besser Rechnung getragen werden - sowohl hinsichtlich ihrer absoluten Hoehe als auch hinsichtlich ihres Anteils am Holzverbrauch haben sich etwa Rohholzimporte in den letzten Jahrzehnten drastisch ...