Titel
Veränderungen des Einschlagspotentials infolge der Waldschäden
Verfasser
Körperschaft
Erscheinungsort
Wien
Verlag
Erscheinungsjahr
1989
Seiten
159 S.
Illustrationen
288 Abb., 11 Tab., 1 Anh., 21 Lit. Ang.
Material
Abgeschriebene Publikation
Standardsignatur
10347
Datensatznummer
91495
Quelle
Abstract
Für die Betriebsklasse ,Fichte Österreich' wurden im Wege von Modellsimulationen die Auswirkungen möglicher Waldschadensverläufe auf das Nutzungspotential untersucht. Im Unterschied zu verschiedentlich angewandten Szenarioansätzen (z.B. Brabänder, 1985; Kroth, 1989), die als optimistische, wahrscheinliche oder pessimistische Varianten einen Kausalzusammenhang zwischen der Waldschadensentwicklung und dem Ergreifen umweltpolitischer Massnahmen postulieren, sollte hier eine Differentialanalyse verschiedener, möglicher Entwicklungsgänge und Dynamiken vorgenommen werden. Dabei wird kein Anspruch auf Quantifizierung der Eintreffenswahrscheinlichkeit der einzelnen Ansätze erhoben. Primäres Ziel ist damit nicht die durch den Input determinierte, unmittelbare Prognose zukünftiger Entwicklungen im Sinne probabilistischer Aussagen, sondern das Aufzeigen von Wirkungsgefügen und Sensitivitäten des modellierten Systems. Da nach dem gegenwärtigen Kenntnisstand echte Prognosen der Waldschadensentwicklung nicht moeglich sind, ermöglicht dieser Ansatz zumindest die Eingrenzung des 'Ereignisraumes'. Darüberhinaus gibt die mehrdimensionale Sensitivitätsanalyse wertvolle Hinweise auf die kritischen Parameter, deren Entwicklung in der Folge besonders aufmerksam zu verfolgen ist. Im Bereich der Datengrundlagen für die Modellerstellung konnten im Rahmen dieser Arbeit wertvolle Fortschritte erzielt werden. Spezifische Neuauswertungen der Österreichischen Forstinventuren 1971-1980 sowie 1981-1985 ermöglichten die alterklassenweise Charakteristik der Betriebsklasse, die näherungsweise Bonitierung sowie die Ableitung altersspezifischer Massenzuwachsprozente. Ausgehend von den Daten der Waldzustandsinventuren 1985-1987 wurden die Alterstrends der Anteile der Kronenzustandsformen ebenso wie jene der Übergangswahrscheinlichkeiten ermittelt. Dabei werden die Übergangswahrscheinlichkeiten als alters- und indexspezifische Raten von Verbesserung, Konstanz und Verschlechterung definiert. Die hoch signifikanten Alterstrends erlauben im Modell eine Berücksichtigung der Waldschäden ab dem Alter 31, wodurch auch jene Altersbereiche, die durch die WZI nicht erfasst wurden, in die Schadenssimulation einbezogen werden können. Basierend auf Daten und spezifischen Auswertungen der Österreichischen Bundesforste konnten das altersspezifische, 'konventionelle' Produktionsrisiko der Fichte geschätzt werden. Aus der statistischen Analyse der Einschlagsdaten konnte ein plausibler Modellansatz zur Einschlagssimulation abgeleitet werden. Auf Basis dieser Datengrundlagen wurde ein quantitatives Modell der Betriebsklasse 'Fichte Österreich' nach forsteinrichtungstechnischen Grundsätzen erstellt und programmiert.