Titel
Traubeneichenverjüngung unter Schirm - Eine ertragskundliche und qualitative Untersuchung : Diplomarbeit der Ludwig-Maximilian-Universität
Verfasser
Erscheinungsort
München
Verlag
Erscheinungsjahr
1994
Seiten
113 S.
Illustrationen
50 Lit. Ang.
Material
Monographie
Standardsignatur
13494
Datensatznummer
90166
Abstract
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der ertragskundlichen und qualitativen Untersuchung zweier Traubeneichen-Stangenhölzer, die im Forstamtsbereich Nürnberg stocken. Die beiden Bestände sind vor rund 35 Jahren im Zuge einer natürlichen Verjüngung aus ein und demselben Mutterbestand hervorgegangen. Unmittelbar nach dem Auflaufen der Saat wurde der Altholzbestand auf der Hälfte der ursprünglichen Fläche abgetrieben, was dazu führte, dass die Eichen von diesem Zeitpunkt an unterschiedlichen Wachstumsbedingungen ausgesetzt wurden. Die Eichen des einen Bestandes erwuchsen somit auf der Freifläche, was den Vorstellungen der konventionellen Eichenwirtschaft entspricht, während die Eichen des anderen Bestandes bis zum heutigen Tage unter einem mittlerweile über 150jährigen Altholzschirm stocken. Ziel dieser Arbeit war es, durch einen ertragskundlichen und qualitativen Vergleich beider Bestände, der Frage nachzugehen, inwieweit der Altholzschirm einen Einfluss auf das Wachstum und die Qualität der Eiche genommen hat. Diese Fragestellung ergab sich schon deshalb, weil die Bestände des Forstamtes Nürnberg seit geraumer Zeit naturgemäss bewirtschaftet werden. Naturgemässer Waldbau fordert unter anderem die natürliche oder auch künstliche Verjüngung standortsangepasster Baumarten unter Schirm, wobei wesentlich längere Verjüngungszeiträume angesetzt werden als im konventionellen Waldbau. Es stellte sich also die Frage, wie die sehr lichtbedürftige Eiche, die auf gut zwei Drittel der Standorte im Nürnberger Reichswald heimisch ist, auf eine mehrere Jahrzehnte andauernde Überschirmung reagiert. Die ertragskundliche Untersuchung zeigte, dass die Eichen beider Bestände auf dem gegebenen Standort sehr gut wachsen. Sie erreichen beide bei einem durchschnittlichen Alter von 30 Jahren die I. Bonität nach Jüttner (1955). Die stichprobenweise erhobenen Bestandesmittelwerte für Durchmesser und Höhe wiesen keine bedeutsamen Unterschiede auf. Der eigentliche Unterschied, aus ertragskundlicher Sicht, besteht vielmehr in der unterschiedlich hohen Stammzahl und der daraus resultierenden unterschiedlich hohen Vorratshaltung beider Bestände. Ein Vergleich mit der Ertragstafel von Jüttner (1955) zeigte jedoch, dass der deutlich niedriger bestockte überschirmte Bestand, der nur knapp 40% der Eichenstammzahl seines Vergleichsbestandes erreicht, nicht unterbestockt, sondern dass der nicht überschirmte Bestand deutlich überbestockt ist. Zusätzlich zu der stichprobenweisen ertragskundlichen Aufnahme wurden an ausgesuchten Bestandesmitgliedern beider Bestände Stammanalysen durchgeführt. Vordringliches Ziel dieser stammanalytischen Untersuchung war es festzustellen, ob sich der Kulminationszeitpunkt des Höhenzuwachses infolge der Überschirmung in ein höheres Alter verschoben hat.