Titel
Waldarbeit und Waldarbeiter im Prätigau
Verfasser
Erscheinungsort
Basel
Verlag
Erscheinungsjahr
1953
Seiten
273 S.
Illustrationen
30 Abb.
Material
Monographie
Standardsignatur
4788; Oss-532; Trk-B105
Datensatznummer
86306
Quelle
Abstract
Die Waldarbeit ist nicht wegzudenken aus den Dörfern des Prätigaus und Graubünden. Sie erfaßt zahlenmäßig und soziologisch einen großen Teil der Bevölkerung. Trotzdem bilden die Waldarbeiter keinen eigentlichen Berufsstand. Die Erklärung für diese sonderbare Tatsache ergibt sich aus der Wirtschaftsgeschichte Graubündens. Graubünden war und ist vorwiegend Bergbauernland. Zusätzliche gute Verdienstmöglichkeiten in früherer Zeit boten die Reisläuferei und der Paßverkehr. An ihre Stelle ist die Hotellerie getreten. Was aber ersetzt heute, im Zeitalter der Technik, die mangelnde Industrie? Abgesehen vom neusten Ausbau der Wasserkräfte - nichts als der Wald. Die Waldwirtschaft ist die einzige große Industrie Graubündens. Sie mußte und muß das Bauerntum, dessen Existenz bei allgemein steigendem Anspruch immer schwerer wird, stützen. Sie nimmt viele seiner Kräfte, die sonst zur Abwanderung gezwungen wären, auf und trägt damit wesentlich bei, die Entvölkerung der Alpentäler zu verlangsamen. Die Waldarbeiter rekrutieren sich aus dem Bauerntum, sie sind "gesunkene Bauern". Dabei sind natürlich viele Stufen möglich vom Vollbauer, der im Winter mit eigenem Roß einen Furhakkord übernimmt, bis zum Arbeiter, der im Sommer auf dem Bau, im Winter im Walde arbeitet. Am häufigsten ist die Kombination: im Sommer auf der Alp, im Winter im Wald.