Titel
Waldbauliche Untersuchungen im Fichten-Tannen-Buchen-Urwald Rothwald und in Urwald-Folgebeständen
Verfasser
Erscheinungsjahr
1986
Seiten
147 S.
Illustrationen
62 Abb., 54 Tab., 43 Lit. Ang.
Material
Bandaufführung
Standardsignatur
10819
Datensatznummer
85342
Quelle
Abstract
Zwei Schwerpunkte wurden näher untersucht: Waldbauliche Untersuchungen im Kleinen Urwald mit dem Versuch, zu einer objektiven Phasenausscheidung zu gelangen. Waldbauliche Beurteilung von Urwald-Folgebeständen und strukureller Vegleich mit Optimalphasen im Urwald. Im Kleinen Urwald Rothwald wurden 178 Probeflächen (50 x 50 m Raster) aufgenommen und die Bestandesstruktur analysiert. Mannigfaltige Übergänge zwischen den einzelnen Entwicklungsphasen erschwerten eine endgültige Einordnung. Zur Beurteilung der Verjüngungsdynamik wurden spezielle Verjüngungsanalysen hinsichtlich Aufwuchsbedingungen und Verbiss durchgeführt. Der durchschnittliche Vorrat beträgt im Kleinen Urwald 507 Vfm/ha, maximaler Vorrat mit 1165 Vfm/ha wird in der schichtungslosen Terminalphase erreicht, geringster Vorrat in der Initialphase mit 141 Vfm/ha. Die durchschnittliche Stammzahl beträgt 931 Ind/ha. Grosse Streuung in den einzelnen Entwicklungsphasen (fortgeschrittene Verjüngungsphase: 1803 Ind/ha). Buche überwiegt nach Stammzahl und Vorrat (44%), Tanne 33 %, Fichte 22 %, Bergahorn eingesprengt. Das herrschende Bestandesgefüge im Kleinen Urwald belegt einen grossflächigen Strukturwandel; auf zwei Drittel der Fläche Terminal-, Zerfalls- und Verjüngungsphasen. Der kleine Urald bietet günstige Verjüngungsbedingungen (18400 Ind/ha von 6 - 130 cm Höhe). Dynamisch entscheidend ist die weitere Hoehenentwicklungsmoeglichkeit der Verjuengung, die bei Fichte und Buche nicht, bei Tanne und Bergahorn stark gestört ist. Kaum Tannen (6 Ind/ha) in der Höhenstufe 90 - 130 cm, kein Bergahorn in den Probeflächen über 51 cm hoch. Im entwicklungsentscheidenden Jungwuchstadium (BHD 1 -7 cm) fehlen Tanne und Bergahorn in den Probeflächen. Entscheidender Faktor ist in erster Linie der selektive Verbiss des Schalenwildes. Primärer Urwaldcharakter besteht nur noch in der Mittel- und Oberschicht. Unterschicht und Strauchschicht sind an Tanne verarmt. In den an den Grossen und Kleinen Urwald angrenzenden Beständen 1. und 2. Generation wurden Bestandesstreifen mit einer Gesamtfläche von 2,2 ha aufgenommen, um sie hinsichtlich Struktur, Stabilität, Wuchsleistung mit Urwaldbeständen zu vergleichen. Die Bestände wurden nach drei Hauptvegetationstypen und Altersklassen zusammengefasst. Bestände der oberen Hanglagen (etwa ab 1300 m Seehöhe) sind naturnah aufgebaut. Buche ist auf diesen Rendzina-Standorten der Fichte an Konkurrenzkraft überlegen. Hohe Stabilität der Bestände durch lange Kronen und niedrige h/d-Werte. Auf mittelgründigen Kalksteinbraunlehm-Standorten stocken in unteren Hanglagen gut gemischte fichtenreiche Bestände. H/d-Werte deutlich höher, aber noch ausreichend lange Kronen in der Oberschicht. Auf sehr wüchsigen Kalksteinbraunlehm-Unterhängen wächst Buche nur vereinzelt in die Oberschicht durch, Fichte dominiert.