Titel
Methode zur Integration des Aspektes der Flächennutzung in die Ökobilanzierung
Verfasser
Körperschaft
Erscheinungsort
Hamburg
Verlag
Erscheinungsjahr
2000
Seiten
121 S.
Illustrationen
zahlr. Lit. Ang.
Material
Bandaufführung
Standardsignatur
4370
Datensatznummer
85066
Quelle
Abstract
Die Erfassung der Umweltwirkungen von Flächennutzung mit ökobilanziellen Mitteln hat in den letzten Jahren schon einige Fortschritte gemacht, ist aber noch lange nicht befriedigend gelöst. Da in den internationalen Normen der Aspekt der Umweltwirkungen von Flächennutzung nicht berücksichtigt wird, es aber dennoch einen Bedarf gibt, diese Umweltwirkungen zu erfassen, sind zu diesem Zweck in den letzten Jahren einige sehr heterogene Ansätze entwickelt worden. In einem Vergleich werden fünf dieser Ansätze vorgestellt und hinsichtlich ihrer Operationalität, Universalität und Transparenz überprüft. Aufgrund ihrer unterschiedlichen Zielrichtung und ihres Entwicklungsstandes kann keiner der Ansätze den Anforderungen aller Prüfkriterien entsprechen. Die Gruppe der funktionalen Ansätze zeigt im Vergleich zur Gruppe der klassifizierenden Ansätze aber größere Normenkonformität und wird den Anforderungen der Prüfkritieren am ehesten gerecht. Mit der hier vorgelegten "Methode zur Integration des Aspektes der Flächennutzung in die "Ökobilanzierung" wird gezeigt, dass ein Ansatz entwickelt werden kann, der den Anforderungen an Operationalität, Universalität und Transparenz entspricht. Es handelt sich um einen wirkungsorientierten Ansatz. Die Quantifizierung der Wirkungen von Flächennutzung erfolgt ausschließlich durch rationale Indikatoren. Um die Operationalität zu wahren, wird die Anzahl der Indikatoren auf 12 begrenzt. Die Indikatoren erfassen Wirkungen von Flächennutzungen auf Boden, Wasser und Vegetation. Wo eine direkte Quantifizierung von Wirkungen nicht möglich ist, werden diese indirekt erfasst. Um einen Eindruck von der Intensität der erfassten Wirkungen zu erlangen, werden sämtliche Indikatorwerte mit einem Referenzwert verglichen. Die jeweiligen Referenzwerte werden von dem für die untersuchte Fläche spezifischen Referenzsystem abgeleitet. Als Referenzsystem für alle Flächennutzungssysteme dient die "heutige potentielle natürliche Vegetation". Das Referenzsystem hat allein die Funktion einer Vergleichsbasis, vergleichbar dem Nullpunkt auf einer Meßskala. Die aus dem Vergleich von Indikatorwerten und Referenzwerten resultierenden Differenzwerte sind ein Maß für die Intensität der erfassten Wirkungen. Da Indikator-, Referenz- und Differenzwerte Flächenbezug haben, werden abschließend die Differenzwerte auf die funktionale Einheit bezogen. Dies erfolgt - mit Ausnahme des Indikators für Vegetation, für den ein Bezug auf die funktionale Einheit keinen Sinn macht - über den Kehrwert der Flächenproduktivität. Eine Aggregation zu Gruppen oder einem einzigen Aggregationswert als Ergebnis der Bilanzierung der Flächennutzung ist nicht Bestandteil der Methode. Es besteht aber, falls dies in der Zieldefinition einer Ökobilanz festgelegt werden soll, die Möglichkeit der Einbindung in ein Bewertungsverfahren wie den Eco-Indicator 95 (GOEDKOOP, 1995).