Titel
Zustand der Tiroler Wälder. Bericht über das Jahr 1995 : Untersuchungen über den Waldzustand und die Immissionsbelastung in Tirol
Körperschaft
Erscheinungsort
Innsbruck
Verlag
Erscheinungsjahr
1996
Seiten
89 S.
Material
Bandaufführung
Standardsignatur
13506
Datensatznummer
83540
Quelle
Abstract
Rund 40% der Tiroler Landesflaeche sind mit Wald bedeckt. Das entspricht laut oesterreichischer Forstinventur einer Flaeche von ca. 500.000ha. Davon entfallen rund 280.000ha, das ist mehr als die Haelfte der Flaeche Tirols, auf Waelder mit mittlerer bis hoher Schutzfunktion. Damit hat Tirol von allen Bundeslaendern Oesterreichs den hoechsten Schutzwaldanteil. Tirol ist das Bundesland mit den meisten siedlungsgefaehrdenden Lawinen. Viele Regionen in unseren hochalpinen Taelern waeren ohne den Schutz, den Waelder vor Naturgewalten bieten, kaum bewohnbar. Die in den letzten Jahrzehnten erfolgte Auswertung der besiedelten Flaechen, der staendige Ausbau des Verkehrsnetzes bei gleichzeitiger Steigerung des Verkehrs und die Schaffung von Erholungsraeumen vor allem fuer Sport und Touristik haben dazu gefuehrt, dass immer ausgedehntere Waldflaechen eine direkte Schutzwirkung fuer Mensch und Lebensraum uebernehmen muessen. Dabei geht es nicht mehr allein um direkten Schutz vor Lawinen und Muren, sondern vor allem um den Schutz dieser Waelder selbst, damit diese die lebensnotwendigen Wohlfahrtsfunktionen, wie insbesondere Regulierung von Wasserhaushalt, Klimaausgleich etc., nachhaltig erfuellen koennen. Um diesen Anspruechen der menschlichen Gesellschaft laufend und vor allem auch fuer die Zukunft gerecht werden zu koennen, ist der Zustand dieser Waelder von groesster Bedeutung. Und gerade dieser Zustand des empfindlichen Oekosystems Wald hat in den letzten Jahren stark gelitten und ist auch derzeit noch vielen schaedlichen Einfluessen ausgesetzt. Auch die Natur selbst geht mit dem Wald oft nicht zimperlich um. Die Windwurf- und Borkenkaeferkatastrophen der letzten Jahre zeugen davon. Die Natur selbst haette auch viel Zeit uebrig, um diese Wunden zu heilen. Unsere Gesellschaft jedoch ist auf die permanente Bereitstellung der Waldfunktionen angewiesen. Daher muessen durch natuerliche Katastrophen verlorengegangene oder geschwaechte Schutz- und Wohlfahrts-, aber auch Nutzfunktionen, moeglichst rasch wiederhergestellt werden. Dies kann nur erfolgreich geschehen, wenn zusaetzliche schaedliche Einfluesse, die direkt oder indirekt den Menschen und dessen Handlungen oder auch Unterlassungen als Ursache haben, weitestgehend ausgeschaltet werden. Und da sind es vor allem die schaedlichen Auswirkungen der allgemeinen Luftverschmutzung, aber auch unvertraegliche Wildstaende, die das Aufkommen artenreicher, naturnaher Jungwaldbestaende verhindern oder gar unmoeglich machen, wie auch eine da und dort nicht mehr zeitgemaesse Waldweide, die die negativen Auswirkungen der Wildschaeden noch verstaerkt. Die Gefahr der Verniedlichung liegt darin, dass sich all diese schaedlichen Einfluesse auf die Lebensgemeinschaft Wald oft nicht von heute auf morgen in drastischer Weise auswirken und sichtbar werden, sondern sich mit kurzen Erholungsphasen ueber laengere Zeit hinziehen, aber laufend verstaerken. Waelder sterben langsam. Dieser Bericht gibt den Zustand des Tiroler Waldes 1995 aufgrund objektiver Erhebungen und Messdaten wieder. Vergleiche ueber viele Jahre lassen eine schluessige Beurteilung seiner Entwicklung zu. Verbesserungen werden mit Genugtuung, Verschlechterungen mit entsprechender Besorgnis festgehalten und kommentiert. Ebenso wird ueber forstliche Arbeitsbereiche berichtet, die staendig damit befasst sind, den Zustand des Waldes nicht nur zu erheben, sondern diesen zu verbessern und in seiner bestmoeglichen Guete zum Wohle des Landes und seiner Bewohner zu erhalten. Es ist Aufgabe des Berichtes, den aktuellen Zustand fuer das Berichtsjahr darzustellen. Erforderliche Verbesserungsmassnahmen lassen sich zwangslaeufig aus den, im Bericht dargestellten, bereits laufenden bzw. dringend fortzusetzenden Massnahmen ableiten. In welchem Umfang und in welcher Zeit dies geschehen kann, haengt im wesentlichen auch von der Bereitstellung der hiefuer erforderlichen Geldmittel ab. Die Buerde der notwendigen Schutzwaldsanierung darf nicht auf zukuenf..