Titel
Umweltbezogene Planung wasserbaulicher Massnahmen an Fliessgewaessern
Verfasser
Erscheinungsort
Wien
Verlag
Erscheinungsjahr
1993
Seiten
204 S.
Material
Bandaufführung
Standardsignatur
8736
Datensatznummer
83388
Quelle
Abstract
Fliessgewaesser stellten fuer den Menschen immer schon Herausforderung und Kristallisationspunkt fuer Veraenderungsabsichten dar. Ausschlaggebend dafuer waren und sind Nutzungsinteressen (Energie, Schiffahrt, Erholung, Entnahmen, Einleitungen) und Schutzinteressen (Ueberflutung, Landverlust, Erosion). Erst spaet und lang nach Ueberschreitung der Belastbarkeitsgrenze wurden die gleichsam "inneren Werte" der Fliessgewaesser als unter Umstaenden tragendes Element eines oekologischen Verbundssystems erkannt. Menschlichen Zielen wurden Schutzansprueche der Natur gegenuebergestellt und nicht gerade ueberraschenderweise brachen unzaehlige Interessens- und Zielkonflikte auf. Die einschlaegige Fachliteratur trug nun bereichsspezifisch der Bewusstseinserweiterung Rechnung und ueberschwemmten den innovationswilligen Planer mit Forderungen unzaehliger, den Natur- und Umweltwissenschaften zugehoeriger Fachdisziplinen, deren jede einzelne den Spitzenplatz hinsichtlich Indikationsfunktion, Unverzichtbarkeit oder oekologischer Wertigkeit fuer sich in Anspruch nahm. Trotz der fraglos legitimen subjektiven Ansprueche konnte dadurch insbesondere dem Planer wasserbaulicher Massnahmen ein nur bedingt brauchbares Instrumentarium in die Hand gegeben werden, da zwar im besten Falle das Ziel kaum aber Wege der Umsetzung vermittelt wurden. Dass selbst heute noch in ueberraschend hohem Ausmass wasserbauliche Massnahmen in einer Art geplant werden, die oekologisches Wissen nicht vermuten laesst, hat seine Ursache entweder darin, dass die den Menschen generell begleitende Diskrepanz zwischen Wissen und Handeln auch den wasserbaulich Planenden nicht verschont, wobei, um die Ehre einzelner zu retten, noch zwischen Handeln wollen und Handeln koennen zu unterscheiden ist. Wider besseres Wissen und besseres Koennen zu handeln ist nicht mehr ignorant, sondern bereits verantwortungslos. Die vorliegende Arbeit ist in drei Abschnitte gegliedert. Im ersten Teil wird, ausgehend von einem Definitionsversuch angestrebter bzw. anstrebenswerter Ziele, ein methodischer Ansatz fuer wasserbauliche Planungsablaeufe erlaeutert. Bereits die ersten beiden Schritte Beschreibung des Planungsanlasses und Bestimmung der Planungsziele veranlassen, allzu ausgetretene Pfade der Planung zu verlassen und eine potenielle Loesung eingebettet in die Ansprueche des umgebenden Raumes zu sehen. Wohl wird es haeufig einen Planungsanlass, jedoch selten tatsaechlich nur ein Planungsziel geben. Gerade die Nebenziele sind es, deren Nichtberuecksichtigung Konflikte provozieren. Die wohl schon obligatorische Komplexitaet des beeinflussenden und beeinflussten Umfeldes erzwingt einen hohen Standard der Bestandesaufnahme bzw. -analyse, die die Bereiche natuerliche Gegebenheiten, vorhandene Nutzungen, Schutzansprueche und raeumliche Abgrenzung beinhalten. Da sich nur selten zur Erreichung eines oder mehrerer Ziele ..