Titel
Kampf dem Fichtenborkenkäfer (Ips typographus-L.) bei Massenvermehrung
Verfasser
Erscheinungsort
Berlin
Verlag
Erscheinungsjahr
1949
Seiten
155 S.
Illustrationen
zahlr. Lit. Ang.
Material
Monographie
Standardsignatur
4604; Trk-C132
Datensatznummer
82968
Abstract
Überall und unablässig steht der Mensch im Kampf mit den Schädlingen, die sein Werk des sinnvollen Aufbauens und damit die Sicherung des Wertvollen zu zerstören trachten. Nicht zuletzt der Forstmann. In normalen Zeiten helfen ihm in diesem Ringe viele Freunde aus der belebten Natur, Viren, Bakterien, Schlupfwespen, Vögel usw., um den Schaden in erträglichen Grenzen zu halten. Treten jedoch anormale Verhältnisse auf, durch den Menschen oder durch Naturgewalten bedingt, die ihn zwingen, in diesen steten Kämpfen nachzulassen und seine Kräfte anderweit einzusetzen, so entsteht die Gefahr, daß sein Werk aus dem Gelichgewicht gebracht wird. Nicht nur Städte sanken durch den Krieg in Trümmer, sondern mit ihnen gingen auch unschätzbare kulturelle und wirtschaftliche Werte verloren. So auch im deutschen Wald. Kampfeinwirkungen und mittelbare Folgen des Krieges begünstigen eine Massenvermehrung des Borkenkäfers, eines der ärgsten Feinde der mittelalten und älteren Fichtenbestände, und verursachten durch of nicht standortsmäßigen Anbau der Fichte, durch günstige klimatische und sonstige Faktoren gefördert, eine Katastrophe größten Ausmaßes. Nach Beendigung des Krieges mußte der Kampf mit diesem Schädling unter ungünstigsten allgemeinen Bedingungen aufgenommen werden, um die Gefahr zu beseitigen und eine der wichtigsten Rohstoffquellen, die uns verblieb, vor völliger Zerstörung zu bewahren. Dies wa nur möglich durch außergewöhnliche Maßnahmen. Dank der einsicht der Landesregierung, die hierzu - wenn auch erst im weitfortgeschrittenen, gefährlichen Starium - genügend Mittel und Hilfskräfte großzügig zur Verfügung stellte, konnte dieser Kampf unter schwierigsten Anfangsbedingungen erfolgreich durchgeführt und die akute Gefahr in verhältnismäßig kurzer Zeit gebannt werden. In der Landesborkenkäferinspektion (LBI) wurde Ende August 1948 eine Organisation geschaffen, die - mit den erforderlichen Vollmachten ausgestattet - unverzüglich, planmäßig und nachdrücklichst alle erforderlichen forsttechnischen Maßnahmen in die Wege leitete und ihre Durchführung in den Forstämtern dauernd sorgfältig überwachte, unter Berücksichtigung aller biologischen und technischen Forschungsergebnisse, eigener wissenschaftlicher Versuche sowie der Erfahrungen aus der Praxis. Zur Steigerung der Intensität wurden die 22 Schadforstämter in 4 Kontrollinspektionen aufgeteilt, die ihrerseits richtunggebende Anweisungen durch die LBI erhielten und der LBI für die Durchführung verantwortlich waren. Besondere Kontrollförster der LBI überwachten die Arbeiten an den einzelnen Arbeitsstellen und verfolgten den Gang der Entwicklung des Käfers in den verschiedenen Gebieten.