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  • Titel
    Die Schutzwaldpolitik in Österreich : Einsatz forstpolitischer Instrumente zum Schutz vor Naturgefahren
  • Paralleltitel
    Protective Forest Policy in Austria - The Application of Policy Means for Natural Hazards Protection
  • Verfasser
  • Körperschaft
  • Erscheinungsort
    Wien
  • Verlag
  • Erscheinungsjahr
    1999
  • Seiten
    347 S.
  • Illustrationen
    zahlr. Lit. Ang.
  • Material
    Bandaufführung
  • Standardsignatur
    10347
  • Datensatznummer
    82766
  • Quelle
  • Abstract
    In jüngster Zeit stiegen die öffentlichen Ausgaben für Schutzwaldverbesserungsmaßnahmen in Österreich. Es stellen sich Fragen nach den Ursachen der Sanierungserfordernisse, der Wirkung und der Effizienz der eingesetzten Mittel sowie alternativen Problemlösungsansätzen. Mit dem Ansatz der Policy-Analyse werden dafür die Wahl, der Einsatz und die Wirkung der politischen Instrumente zum Schutz vor Naturgefahren untersucht. Die Hauptinstrumente sind das Bannwaldprogramm, die Förderungen zur Schutzwaldsanierung und die Instrumente des Wildbach- und Lawinenschutzes (Schutzverbauungen, Gefahrenzonenplanung). Zu diesen Instrumenten wurden Fallstudien in Dienststellen der Länderforstdienste und des forsttechnischen Dienstes für Wildbach- und Lawinenverbauung mit ausführlichen Interviews und Dokumentenanalysen durchgeführt. Die Sanierung schützender Wälder ist auf Grund forstlicher, landwirtschaftlicher und jagdlicher Nutzungen erforderlich, welche örtlich zu labilen Beständen ohne rechtzeitige Verjüngung führen. Gegenüber der Durchsetzung rechtlicher Regelungen bevorzugt die Verwaltung die Förderung von Schutzwaldsanierung. Bautechnische Maßnahmen zum Schutz vor Naturgefahren werden einer vorbeugenden Landnutzung in Wildbach- und Lawineneinzugsgebieten oder Siedlungsgebieten vorgezogen. Diese Implementationsdefizite in der Regulierung einer nachhaltigen Landbewirtschaftung lassen sich durch eine schwache Position der Verwaltung gegenüber starken Gruppeninteressen (z.B. wirtschaftliche Interessen, Jagdinteressen) sowie durch Wachstumsinteressen und klientelorientiertes Handeln der Sektorverwaltungen erklären. Der Nachteil der Problemlösungsstrategie durch Subventionen ist, daß diese keine Anreize zu vorbeugender Landbewirtschaftung setzt. Effektivitäts- und Effizienzverbesserungen sind daher neben der Stärkung von Steuerungsinstrumenten in erster Linie durch stärkere politische und finanzielle Einbindung der Schutzinteressenten zu erwarten. Der Vergleich unterschiedlicher theoretischer Ansätze der Policy-Forschung zeigt, daß zur Erklärung des Instrumenteneinsatzes die formalen Instrumentenmerkmale weniger bedeutsam sind als die institutionellen Bedingungen sowie die Interessenpositionen und Werthaltungen der beteiligten Akteure.
ExemplarnummerSignaturLeihkategorieFilialeLeihstatus
1000974010347ZeitschriftVerfügbar