Titel
Prognoseverfahren für den Holzmarkt : Eine Einführung für die Praxis
Körperschaft
Erscheinungsjahr
1978
Seiten
93 S.
Illustrationen
5 Lit. Ang.
Material
Monographie
Standardsignatur
10384
Datensatznummer
81884
Abstract
In der vorliegenden Studie wurde der Versuch unternommen, die Praxis in Forst- und Holzwirtschaft mit einigen grundlegenden Prognosemethoden, wie sie für die Vorhersagen des Holzmarktgeschehens verwendet werden, bekanntzumachen. Dabei wurde weniger auf Vollständigkeit der Methoden als vielmehr darauf geachtet, daß dem Leser bewußt gemacht wird, wozu man Prognosen braucht, welche Annahmen hinter Prognosen stehen und wo die Grenzen von Prognosen sind. Diese Zwecksetzung hat es nebenbei ermöglicht, den mathematischen Aufwand klein zu halten. Prognosen braucht man immer dann, wenn Entscheidungen zu treffen sind, deren Auswirkungen in die Zukunft reichen; sie sollen helfen, das Risiko solcher Entscheidungen zu verringern. Für quantifizierbare Größen, wie die Arbeitsproduktivität, den Schnittholzexport oder den Möbelabsatz steht eine Reihe von Prognosemethoden zur kurz- und langfristigen Vorhersage zur Verfügung. Die vorliegende Studie beschränkt sich auf solche Methoden und läßt Prognosen außer acht, die den Stand der Technologie, die politische Machtverteilung oder Handelsverträge betreffen. Solche Phänomene sind Teilerscheinungen der geschichtlichen Entwicklung und werden als nicht erklärbar und damit als nicht vorhersehbar betrachtet. In der Arbeit wird zwischen quantitativen und qualitativen Prognosemethoden unterschieden. Quantitative Prognoseverfahren beruhen auf Gesetzmäßigkeiten, die aus der Vergangenheit gewonnen wurden und von denen angenommen wird, daß sie auch ein Stückchen in die Zukunft weiterwirken; ihre Güligkeit ist in Raum und Zeit beschränkt. Das verwendete Datenmaterial besteht entweder aus Zeitreihen, aus Querschnittsdaten oder aus einer Kombination von beiden. Meistens stehen Zeitreihen für einen mehr oder weniger langen Zeitraum zur Verfügung. Die in den Zeitreihen enthaltenen Informationen können nun mit den verschiedenen Methoden für Prognosezwecken verwendet werden; zu den wichtigsten zählen die Zeitreihenanalyse, die Bestimmung des Trends und die Regressionsanalyse. Alle diese Methoden werden in ihrer Grundidee vorgestellt und meist sogar an Beispielen aus der Forst- und Holzwirtschaft vorgeführt. Unter qualitativen Prognoseverfahren versteht man das organisierte Sammeln und Auswerten von Expertenmeinungen über Sachverhalte, die in der Zukunft liegen. Zur Auswertung der Expertenmeinungen stehen einige Verfahren zur Verfügung, von denen die PERT-Bewertung, das Delphi-Verfahren und der Konjunkturtest des WIFO kurz besprochen werden. Oft werden qualitative Prognoseverfahren abgelehnt und zwar wegen des sichtbaren subjektiven Einflusses des Prognostikers im Gegensatz zu den anscheinend objektiven quantitativen Prognosetechniken. Dieses Mißverständnis bedarf aber einer Korrektur: kein Prognoseverfahren, schon gar nicht das komplizierte Computermodell, kommt ohne zahlreiche subjektive Entscheidungen des Prognostikers aus. Vielmehr können quantitative Prognoseverfahren meist verbessert werden, wenn zusätzliche Experteninformationen eingeholt werden. Internationale Prognosen, z.B. des FAO/ECE-Holz-Komitees, bevorzugen immer mehr Expertenmeinungen. Je wichtiger eine Entscheidung ist und je weitreichender die Folgen dieser Entscheidungen sind, desto weniger wird man auf Experteninformationen verzichten können, weil sie eine größtmögliche Prognosepräzision gewährleisten.