Titel
Untersuchungen über die Entrindung von Buchen-Faserholz : Dissertation
Verfasser
Körperschaft
Erscheinungsort
Göttingen
Verlag
Erscheinungsjahr
1965
Seiten
162 S.
Illustrationen
129 Lit. Ang.
Material
Monographie
Standardsignatur
10323; 9689
Datensatznummer
81588
Abstract
Das erst Mitte der 1930er Jahre für die Industrie in größerem Umfang verarbeitungsfähig gewordene Buchenfaserholz stellt heute ein bedeutendes Rohstoffkontingent für die Zellstoff- und Plattenindustrie dar. Mit zunehmender in- und ausländischer Konkurrenz um das Nadelfaserholz ist die Erschließung industriell verwertbarer Laubholzreserven ganz erheblich angestiegen. Der in aller Welt enorm wachsende Bedarf an Papier und Pappe hat bei gleichzeitiger Schrumpfung des Massivholzverbrauchs zur strukturellen Verlagerung vom Stark- zum Schwachholz geführt - eine Entwicklung, die sich auch in Zukunft fortsetzen wird und einen für die Forstwirtschaft betrüblichen Trend darstellt. Dennoch muß die Forstwirtschaft aus betriebswirtschaftlicher und nationaler Sicht daran interessiert sein, Buchenfaserholz als unabdingbar anfallendes Koppelprodukt aufzuarbeiten und dies mit rationellen und möglichst kostendeckenden Verfahren. Am Jahresverbrauch (1964) an Buchenfaserholz in Höhe von rd. 2,8 Mio rm haben die einheimischen Industriezweige folgende Anteile: Buchenzellstoffindustrie 75%, Spanplattenindustrie 18%, Faserplattenindustrie 7%. Die Gesamt-Bedarfsdeckung erfolgte zu rd. 2/3 aus dem Inland, zu 1/3 aus Import. Nach einem Umfrageergebnis verbrauchte die Buchenzellstoffindustrie in der Bundesrepublik im Jahre 1964 etwa 1,6 Mio rm entrindetes Buchenfaserholz, wovon 1,1 -1,2 Mio rm in Inland und zwar vorwiegend mit dem Ziehmesser von Hand entrindet wurden. Nach dem gegenwärtigen Stand der Entwicklung kann die Buchenzellstoffindustrie auf eine vorausgehende Entrindung des Rohholzes nicht verzichten, doch ist sie durch Verwendung von Wirbelsichtern (Centricleanern) und Bleichverfahren in der Lage, mit verbliebenen Rindenanteilen besser als vor wenigen Jahren fertig zu werden. Span- und Faserplattenindustrie stellen an die Entrindung nicht so hohe Ansprüche und verzichten z.T. gänzlich auf eine Entrindung. Untersuchungen über die Rindenhaftbarkeit ergaben, daß am lebenden Buchenstamm eine in ihrem jahreszeitlichen Verlauf der Fichte vergleichbare Rindenwiderstandskurve vorliegt. Die beste Schälbarkeit konnte zu Ende Mai festgestellt werden. Unter verschiedenen Varianten der Zurichtung und Lagerung ergaben sich differenzierte Rindenwiderstandskurven an aufgearbeitetem Buchenfaserholz. Ungespalten in Rinde aufgesetztes Holz hatte bedeutend geringere Rindenwiderstände als Spaltholz - was dafür spricht, zu entrindendes Buchenfaserholz ungespalten aufzuarbeiten. Dem entgegen steht der Trocknungsverlauf, der am ungespaltenen Holz sehr viel langsamer fortschreitet als am Spaltholz. Aus dem Wintereinschlag stammendes, gespaltenes und im April entrindetes Buchenfaserholz zeigte nach 2-3 monatiger Lagerung bereits einen Gewichtsverlust, den das ungespaltene, mit Rinde aufgesetzte Holz selbst nach einjähriger Trocknungszeit nicht erreichte. Kreuzstapelung erwies sich gegenüber kompakter Stapelung bei weitem nicht so vorteilhaft wie bisher angenommen wurde.