Titel
Umtriebszeit der Fichte unter geaenderten Marktbedingungen : Waldsanierung. Ideen - Vorschlaege - Loesungen
Verfasser
Erscheinungsort
Wien
Verlag
Erscheinungsjahr
1991
Seiten
S. 1-10
Illustrationen
8 Abb., 3 Lit. Ang.
Material
Bandaufführung
Standardsignatur
12929
Datensatznummer
75524
Quelle
Abstract
(1) Die rezenten Aenderungen der Staerkeklassenpreisrelation begruenden keine Aenderungen der oekonomischen Umtriebszeit; wohl aber sind - kurz- und mittelfristig - verbesserte Marktanpassung und verstaerkte kundenwunschorientierte Differenzierung bei Ausformung, Sortierung, Klassifizierung und Losbildung und schliesslich der Preisgestaltung zu empfehlen. (2) Ein Absenken der Umtriebszeit waere derzeit marktpolitisch kontraproduktiv. Die Folgen waeren Ueberangebot an Starkholz (in der derzeitigen Marktlage voellig verfehlt!) und weiterer Preisrueckgang. Daher: Zuwarten bis neue Technologien verfuegbar sind! Nicht der Forst kann mit seiner Produktion auf (mittelfristige) technologische Aenderungen in der Holzbe- und verarbeitung reagieren; der wesentlich kuerzere Technikinnovationszyklus ist zu beachten. (Wohl kann der Forst, wie in Punkt 1 ausgefuehrt, kurz- und mittelfristig innerhalb gewisser Grenzen sein Einschlagsprogramm an eine geaenderte Nachfragesituation anpassen). (3) Zur Steigerung des Schwachholzangebotes waeren also andere Wege, wie verstaerkte Durchforstung, Aufforstung von Grenzertragsboeden usw., zu beschreiten, um dem Wunsch eines steirischen Holzindustriellen nach "rosa Schweinchen" vermehrt nachzukommen. Ein Mehrangebot an Schwachholz ist aber nur ueber den Marktpreis zu regeln. Ein hoeheres Inlandsangebot an Schwachholz ist, da derzeit der Marktpreis offensichtlich keinen ausreichenden Anreiz bietet, entweder nicht wirklich nachgefragt oder die oesterreichische Forstwirtschaft ist mit Schwachholzprodukten international nicht konkurrenzfaehig und muesste - falls volkswirtschaftlich als notwendig erachtet (Versorgung der Holzwirtschaft; Waldpflege) - durch externe Steuerungsmassnahmen (Foerderungen; Preisstuetzungen fuer Schwachholz, vermehrt aus der Durchforstung; Besteuerung) sichergestellt werden. (4) Die wichtigsten Bestimmungsfaktoren weisen in Richtung hoeherer Umtriebszeiten: Im Gebirge sind die Holzerntekosten der dominierende Faktor. Das Stueck-Masse-Gesetz macht hohe UZ notwendig! Auch die juengsten ertragskundlichen Beobachtungen von betraechtlich ueber den Ertragstafelwerten liegenden laufenden Zuwaechsen in hoeheren Altersklassen weisen in diese Richtung. Dasselbe ergibt sich aus dem hoeheren Produktionsrisiko kurzer Umtriebszeiten (hoehere Anteile schadensanfaelliger Bestaende (Kulturen, Stangenholz); keine naturnahe Bewirtschaftung moeglich; weniger Reserven, geringerer Vorrat; Schaeden und Kalamitaeten sind weniger gut ausgleichbar) und aus der zunehmenden Nachfrage nach Infrastrukturleistungen (auch wenn es dafuer - derzeit noch - keine Erloese gibt). (5) Im Sinne der Diversifizierung ist den Forstbetrieben trotzdem zu empfehlen, fuer Teile der Betriebsflaeche Kurzumtrieb zu ueberlegen. Das koennen im Nachhaltsbetrieb aber maximal 10 - 50% der Flaeche je nach Betriebsgroesse, geographischer Lage, natuerl...