Titel
Waldbodeninventur in Bayern
Verfasser
Erscheinungsort
Freising
Verlag
Erscheinungsjahr
1993
Seiten
243 S.
Illustrationen
83 Lit. Ang.
Material
Bandaufführung
Standardsignatur
8316
Datensatznummer
74885
Quelle
Abstract
Die Ermittlung der radioaktiven Belastung bayerischer Waldboeden nach dem Reaktorunglueck in Tschernobyl wurde von der Bayerischen Landesanstalt fuer Wald und Forstwirtschaft (LWF, vormals FVA) zu einer umfassenden Waldbodeninventur ausgebaut. Erstmalig bestand damit die Gelegenheit, landesweit einen Ueberblick zur Ernaehrungssituation und Schadstoffbelastung der Waldbestaende sowie zum chemischen Bodenzustand zu gewinnen. Die 424 Inventurbestaende sind im 8x8 km-Raster in das 4x4 km-Gitternetz der Bayerischen Waldzustandserhebung eingehaengt. Sie repraesentieren 244 Fichten-, 134 Kiefern- und 46 Laubbaumbestaende. An jedem Rasterpunkt wurde eine Standortskartierung durchgefuehrt, Nadel- und Blattproben entnommen sowie Humus- und Mineralbodenproben gewonnen (Probenahme 1986/87). Daneben standen die Ergebnisse der Waldzustandserhebung 1986 zur Verfuegung. Fuer die Blattorgane wurden die Gehalte der wichtigsten naehr- und Schadelemente bestimmt. In der Humusauflage und im Mineralboden bis 30cm Tiefe wurden die wichtigsten chemischen und physikalischen Bodenkennwerte ermittelt (pH-Wert, Austauscherverhaeltnisse, Basensaettigung, Naehrstoffvorraete, Schwermetall- und Naehrelementgehalte im Koenigswasseraufschluss). Die Verknuepfung der umfangreichen Analysedaten aus den Blattorganen und dem Boden mit den Ergebnissen der Waldzustandserhebung erlauben vertiefende Aussagen zu moeglichen Wirkungszusammenhaengen. Die Angaben saemtlicher Analysewerte in Perzentilklassen erleichtert die Bewertung von Daten aus vergleichbaren Untersuchungen. Die graphische Darstellung der wichtigsten Ergebnisse erfolgt in Form von Box-Plots. Damit werden Unterschiede in den Nadelaltern, aber auch innerhalb der Bodenhorizonte oder geologischen Substratgruppen deutlich gemacht. Uebersichtskarten zeigen die regionale Verteilung und Konzentration von Naehr- bzw. Schadstoffen der Nadel/Blattorgane. Um der standoertlichen Vielfalt der bayerischen Waldboeden besser gerecht zu werden, hat sich eine Stratifizierung vieler Analysedaten nach geologischen Substrattypen bewaehrt. Naehr- und Schadstoffgehalte in den Blattorganen. Die Ernaehrungssituation der Waldbestaende kann bayernweit als befriedigend angesehen werden. Die Versorgung der Nadel- und Laubbaeume mit den Makronaehrelementen Calcium, Magnesium und Kalium ist meist ausreichend bis gut. Im Mangelbereich sind i.d.R. weniger als 10% der Bestaende. Bei Fichte und Kiefer werden an einer groesseren Anzahl von Rasterpunkten (vor allem in den Alpen) Ernaehrungsschwaechen fuer Stickstoff und Phosphor festgestellt. Eine Uebersaettigung mit Stickstoff durch den anhaltend hohen atmogenen Eintrag ist derzeit nicht ersichtlich. Die Belastung der Waldbaeume mit Schwermetallen ist landesweit als gering einzuschaetzen und scheint durch lokale Immissionen bedingt zu sein. Die Schwefelkonzentration ist bei einem groesseren Anteil der ...