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  • Titel
    Land- und Forstwirtschaft und Umwelt
  • Verfasser
  • Erscheinungsort
    Wien
  • Verlag
  • Erscheinungsjahr
    1991
  • Seiten
    S. 165-198
  • Material
    Bandaufführung
  • Standardsignatur
    12978
  • Datensatznummer
    74756
  • Quelle
  • Abstract
    Die Beziehung zur EG sind schon heute im Bereich der Landwirtschaft und der nachgeordneten Industriezweige besonders intensiv. Die oesterreichische Landwirtschaft ist der europaeischen Konkurrenz nur zum Teil gewachsen. Die geringere Wettbewerbsfaehigkeit (z.B. durch hoehere Produktionskosten) muss sowohl im Falle eines Beitritts als auch Nichtbeitritts gesteigert werden. Es ist anzunehmen, dass sich der Wettbewerbsdruck verstaerken wird, wofuer die sich stetig verschlechternde Agrarhandelsbilanz spricht. Fuer den Fall eines Nicht-Beitrittes ist aufgrund hoher Produktivitaetsfortschritte und der engen Aussenhandelsverflechtung mit einem verstaerkten Druck auf den Agrarsektor zu rechnen. Die EG wuerde massiv mit ihren Agrarprodukten auf den oesterreichischen Markt draengen, Oesterreich waere aber umgekehrt der Zugang zum europaeischen Markt erschwert. Es stellt sich die Frage, ob und in welchem Ausmass sich die oesterreichische Agrarpolitik im Falle eines Nichtbeitrittes auf laengere Sicht von den internationalen Tendenzen abkoppeln kann. Im Falle eines Beitritts und der Uebernahme der Gemeinsamen Agrarpolitik mit ihren Grundpfeilern Markteinheit (freier Warenverkehr, einheitliche Preise), Gemeinschaftspraeferenz (Aussenschutz, Erstattungen) sowie gemeinsamer finanzieller Solidaritaet, ist ein verschaerfter Wettbewerb in der Land- und Forstwirtschaft in Folge des derzeit in der EG allgemein niedrigeren Preisniveaus nicht auszuschliessen. Nachteile fuer die oesterreichischen Bauern infolge niedriger Markterloese koennen jedoch durch den Aufbau eines EG- analogen Direkt- und Ausgleichszahlungssystems weitgehend ausgeglichen werden. Ausserdem muessten die Bauern im Falle eines Beitritts auch von niedrigeren Betriebsmittelpreisen und durch den Wegfall von Produktionsauflagen, die die Erzeugungskosten erhoehen, profitieren. Aussagen haben jedoch nur unter den momentanen Regelungen in der EG einerseits und in Oesterreich andererseits Gueltigkeit. Die bisherige EG-Agrarpolitik hat Rahmenbedingungen geschaffen, die eine Intensivierung der Landbewirtschaftung mit den zahlreichen oekologisch bedenklichen Wirkungen insgesamt gefoerdert und zahlreiche Reformdiskussionen ausgeloest haben. Die Gemeinsame Agrarpolitik erkennt zwar den Wert einer umweltfreundlichen Landwirtschaft, die Handlungsspielraeume sind aber aufgrund der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sehr eingeschraenkt. Grundsatzlich ist die Erhaltung des baeuerlichen Familienbetriebes Ziel der Agrarpolitik Oesterreichs wie der EG. Oesterreich beruecksichtigt aber dabei besonders die oekologische, soziale, regionale und ueberwirtschaftliche Bedeutung einer baeuerlichen Land- und Forstwirtschaft. Gerade in juengster Zeit werden Reformvorschlaege der GAP diskutiert (Kommissionsentwurf ueber die Reform der EG-Agrarpolitik vom Juli 1991). Es ist derzeit aber noch nicht absehbar, in welchem .........