Titel
Wuchsleistung und Qualitaet von Douglasie (Pseudotsuga menziesii (Mirbel) Franco), Riesen-Lebensbaum (Thuja plicata Donn) und Roteiche (Quercus rubra L.) in der Schweiz
Verfasser
Erscheinungsort
Birmensdorf
Erscheinungsjahr
1991
Seiten
46 S.
Illustrationen
12 Abb., 7 Tab., 3 Anh., 48 Lit. Ang.
Material
Bandaufführung
Standardsignatur
8176
Datensatznummer
73857
Quelle
Abstract
Im Rahmen des Nationalen Forschungsprogrammes 12 "Holz, erneuerbare Rohstoff- und Energiequelle" wurde am Institut fuer Wald- und Holzforschung, Fachbereich Waldbau, das Teilprojekt "Situation des Exotenanbaus in der Schweiz und dessen waldbauliche Bedeutung", als Beitrag zur Exotenfrage im Schweizer Wald, bearbeitet. Im zweiten Teil dieses Projektes wurden Wuchsleistung, Qualitaet und gewisse waldbauliche Eigenschaften von Douglasie (Pseudotsuga menziesii), Thuja (Thuja plicata) und Roteiche (Quercus rubra) untersucht. Die Flaechen fuer diese Untersuchungen wurden aufgrund des im ersten Teil des Projektes erstellten Katasters der Exotenanbauten in der Schweiz ausgewaehlt, wobei auf moeglichst unterschiedliche Standorte und Alter geachtet wurde. Wir untersuchten 38 Douglasien-, 17 Thuja- und 20 Roteichen-Flaechen; reine Anbauten waren eher selten. Nebst der Ansprache qualitativer Merkmale (Astigkeit, Schaftform, Schaeden u.a.) wurde die Wuchsleistung mit einheimischen Baumarten verglichen und beurteilt. Douglasie: Auf guten Standorten des schweizerischen Mittellandes erreicht die Douglasie eine 6-8 m groessere Oberhoehe und wesentlich staerkere Durchmesser als die Fichte. Sie ist jedoch haeufig grobastig und verlangt, soll Wertholz erzeugt werden, eine Wertlastung. Recht haeufig konnten leichte Schaftkruemmungen und Klebaeste festgestellt werden. Thuja: Die Thuja ist der Fichte auf den untersuchten Standorten in der Hoehenwuchsleistung nur wenig ueberlegen. Sie weist aber eine groessere edaphische Standortsamplitude auf als die Fichte. Die schlechte natuerliche Astreinigung macht wie bei der Douglasie eine Wertastung noetig. Die Thuja erwaechst meist geradschaftig, neigt aber ebenfalls zu Klebastbildung. Roteiche: Die Roteiche erzielt deutlich bessere Wuchsleistungen als die Buche. Auf den untersuchten Standorten uebertraf sie die Werte aus deutschen Ertragstafeln bei weitem. Lediglich 5 % der Roteichen waren feinastig; zudem wurde eine starke Neigung zu Steilastbildung festgestellt. Diese Maengel muessten durch eine angepasste waldbauliche Behandlung zu vermeiden sein. Nicht selten konnten Frostrisse beobachtet werden. Die Eignung dieser Exoten auf Standorten, wo unsere einheimischen Baumarten keine ueberzeugenden Leistungen erbringen, konnte nicht ueberprueft werden, weil die untersuchten Exoten meist auf mittleren und guten Standorten angebaut worden waren. Ein Anbau exotischer Baumarten kann die Wertleistung von Bestaenden wesentlich verbessern, wenn sie intensiver gepflegt werden. Ein weiterhin zurueckhaltender Anbau von Douglasie und Roteiche ist aus dieser Sicht durchaus berechtigt; deshalb sind weitere Untersuchungen zu Fragen der geeigneten Provenienzen, Mischungen und Pflege notwendig. In Zukunft werden vermehrt auch Aspekte des Natur- und Landschaftsschutzes zu beruecksichtigen sein.