Titel
Genetische Untersuchungen in geschaedigten Weisstannenbestaenden (Abies alba Mill.) Suedwestdeutschlands
Verfasser
Erscheinungsort
Freiburg im Breisgau
Verlag
Erscheinungsjahr
1992
Seiten
119 S.
Illustrationen
111 Lit. Ang.
Material
Bandaufführung
Standardsignatur
2354
Datensatznummer
71042
Quelle
Abstract
Im Rahmen der vorliegenden Arbeit wurden Untersuchungen zur genetischen Variation der Weisstanne (Abies alba Mill.) in Suedwestdeutschland, sowie zu moeglichen Zusammenhaengen zwischen genetischer Struktur und Schaedigung dieser Baumart durchgefuehrt. Mit Hilfe von Isoenzymanalysen wurden die genetischen Strukturen von 976 unterschiedlich geschaedigten Tannen auf 27 Waldschadens-Dauerbeobachtungsflaechen Baden-Wuerttembergs bestimmt. In sechs der 27 Flaechen wurde auch die genetische Struktur der Naturverjuengung inventarisiert und mit der der Altbestaende verglichen. Die Ergebnisse koennen folgendermassen zusammengefasst werden: 1) Von den 12 untersuchten Enzymsystemen zeigten fuenf (GDH, SKDH, NADH, PEPCA und PGM) in den 27 Tannenpopulationen keine Variation. Fuer die sieben variablen Systeme (IDH, 6-PGDH, Dia, LAP, AAP, MDH und GOT) wurde anhand von Einzelbaumabsaaten eine eingehende Analyse zur Art der genetischen Kontrolle der Isoenzymvarianten durchgefuehrt. Von den mindestens 13 polymorphen Genorten, die diese Systeme kontrollieren, koennen zehn, naemlich IDH-A, IDH- B, 6-PGDH-A, Dia-A, LAP-A, AAP-A, MDH-B, GOT-A, GOT-B und GOT-C sowohl in Samen- als auch in Knospengewebe untersucht werden, da sie stets durch klare, reproduzierbare und genetisch interpretierbare Bandenmuster im Zymogramm charakterisiert sind. Die Regelmaessigkeit der Segregation an diesen Loci wurde durch 71 statistische Tests ueberprueft und bestaetigt. Mit einer Ausnahme (Locus IDH-B: AAP-A) rekombinieren alle unter suchten Genlocus- Paare frei. 2) Die Weisstannenpopulationen Suedwestdeutschlands sind durch eine relativ geringe genetische Vielfalt und einen hohen Heterozygotiergrad an den polymorphen Genloci charakterisiert. Die Werte der genetischen Diversitaet und des mittleren Heterozygotiegrades liegen durchaus im Bereich der fuer Koniferenarten bekannten und sind auch denen von Fichtenbestaenden des Schwarzwaldes vergleichbar. 3) Tannen- und Fichtenpopulationen dieses Gebietes unterscheiden sich aber klar in der mittleren Anzahl der Allele pro Genort. Bei Analyse derselben Genloci werden in Fichtenpopulationen fast doppelt soviele Allele identifiziert als in Tannenpopulationen. Die Unterschiede liegen vor allem in der Anzahl seltener Allele. Somit hat die Tanne gegenueber der Fichte in der genetischen Vielfalt einen bedeutenden Nachteil. 4) Die Weisstannenpopulationen dieses Gebietes unterscheiden sich in der Art der an den einzelnen Genloci identifizierten Allele. Auch das nach bisherigen Erkenntnissen nur im westlichen Mitteleuropa und auf Korsika identifizierte Allel Dia-A1 wurde in fast allen Bestaenden gefunden. Das Auftreten dieses arealspezifischen Allels in Haeufigkeiten von bis zu 20% vorwiegend am Westabfall des Schwarzwaldes, zeigt die Notwendigkeit, die bisherige Hypothese ueber die nacheiszeitliche Rueckwanderung der Tanne in den gesamten mitteleu..