Titel
Die Waldstruktur im Bannwald Taubergießen : Eine Luftbildauswertung im strukturreichen Auewald
Verfasser
Erscheinungsort
Freiburg im Breisgau
Verlag
Erscheinungsjahr
2000
Seiten
103 S.
Illustrationen
zahlr. Lit. Ang.
Material
Bandaufführung
Standardsignatur
14013
Datensatznummer
69916
Quelle
Abstract
Die vorliegende Arbeit befaßt sich mit der luftbildgestützten Erhebung der Waldstrukturverhältnisse im Bannwald "Taubergießen" und der Prüfung einer Luftbildinterpretationsanweisung für naturnahe Waldbestände, welche an der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg entwickelt wurde. Am Beispiel des Untersuchungsgebietes werden Möglichkeiten und Grenzen einer einfachen visuellen Interpretation von großmaßstäbigen Colorinfrarot-Luftbildern im strukturreichen Auewald der Oberrheinebene diskutiert. Der im Jahr 1986 ausgewiesene Bannwald "Taubergießen" repräsentiert mit seinem Standortsspektrum die naturnahen, mäßig stark veränderten Teile des Auewaldgürtels am mittleren Oberrhein nördlich von Breisach. Die Landschaftsgeschichte des Taubergießengebiets veranschaulicht, trotz seines heute ursprünglich anmutenden Charakters, die seit über 150 Jahren anhaltende Umgestaltung der Rheinaue durch Flussbaumaßnahmen und deren Folgen. Die Auewaldbereiche unterliegen einem tiefgreifenden und mehrfachen Wandel der Standortseigenschaften, der Landnutzung und der Waldbewirtschaftung. Die Möglichkeiten einer auf die Eigenschaften des Untersuchungsgebiets zugeschnittenen Luftbildauswertung werden an ausgewählten Beispielen dargestellt und die Anknüpfung zu anderen flächenbezogenen Informationsquellen aufgezeigt. Damit vermittelt die Arbeit einen Einblick in das zeitlich und räumlich differenzierte Beziehungsgeflecht von Standort, Standortsgeschichte, Bestandesgeschichte und aktueller Waldstruktur. Die schwer ansprechbaren Waldstrukturverhältnisse des Auewaldes wurden mit Hilfe des Interpretationsschemas in homogene Struktureinheiten gegliedert und beschrieben. Die getrennte Betrachtung der im Luftbild erkennbaren, jedoch verschieden leicht erhebbaren Waldstrukturparameter erfordert bei gemeinsamer Kriterienbildung für die Ausgrenzung von Flächeneinheiten ein formalisiertes Vorgehen. Eine Anpassung an die individulle Eigenart des Gebietes und den damit verbundenen Untersuchungsinteressen wurde vorgenommen. Zur Beobachtung der Waldentwicklung im Luftbild empfiehlt sich eine feingegliederte Aufnahme der Altersstruktur, sowie der horizontalen und vertikalen Kronenraumdifferenzierung. Auewaldspezifische Einschränkungen und Unsicherheiten bestehen besonders bei der Interpretation der Baumartenzusammensetzung, der Abgrenzung von Sukzessionsbereichen, der Erfassung von Totholz und der Differenzierung in Unterstand, Strauchschicht und Verjüngung. Die weitreichende anthropogene Überformung der Wald- und Landschaftsstruktur erschwert die Aufklärung des herrschenden Wirkungsgefüges zwischen den strukturbildenden Faktoren. Einige wenige, offensichtlich noch anhaltende, und einschneidende Strukturveränderungen können durch eine Einmalbeschreibung im Luftbild erfaßt werden. Aus der Beobachtung von Verteilungsmustern der Waldstrukturelemente im Bannwald ergeben sich erste Hinweise auf Waldentwicklung und überlagernde Sukzessionsvorgänge. Langsame Veränderungen der Waldökosysteme müssen mit ergänzender terrestrischer Zusatzinformation und durch CIR-Luftbildzeitreihen verfolgt werden. Besonders gut gelingt die Erschließung und Absicherung weiterführender Erkenntnisse durch Kombination von Luftbild und Flächeninformation in einem Geographischen Informationssystem.