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  • Titel
    Die Schwarzpappel (Populus nigra L.) in Brandenburg
  • Verfasser
  • Erscheinungsort
    Eberswalde
  • Verlag
  • Erscheinungsjahr
    2000
  • Seiten
    66 S.
  • Illustrationen
    zahlr. Lit. Ang.
  • Material
    Bandaufführung
  • ISBN
    3-933352-32-0
  • Standardsignatur
    14039
  • Datensatznummer
    69908
  • Quelle
  • Abstract
    1. Die Einführung schneller und gut wachsender Pappeln sowie ihrer guten damaligen Holzverwertung führte schon sehr frühzeitig - beginnend vor mehr als 200 Jahren - zu einem drastischen Rückgang der autochthonen Schwarzpappel. Parallel hierzu führten wasserbauliche Maßnahmen - Eindeichung, Flussbegradigung, -vertiefung u.ä. - zu einer deutlichen Veränderung der Flusslandschaften und damit des natürlichen Standortes der Schwarzpappel. 2. Das führte dazu, dass die heimische Schwarzpappel (Populus nigra L.) weitgehend unbemerkt zu einer seltenen, vom Aussterben bedrohten Baumart wurde. 3. Voraussetzung für den Schutz noch vorhandener Bäume ist deren eindeutige Bestimmung und vor allem die klare Unterscheidung im Vergleich mit der Vielzahl der Schwarzpappelhybriden. Die dafür geeigneten direkten, aber auch indirekten Bestimmungsmerkmale machen deutlich, dass eine genaue Zuordnung - bei Vorhandensein der erforderlichen Erfahrung - möglich ist. 4. Schwarzpappeln wurden in sehr unterschiedlicher Verteilung und Menge an Oder und Elbe gefunden. Durch Krankheiten und Hochwasser ist dieser Bestand jedoch stark gefährdet. Die Erfahrungen besagen, ein in seiner Vitalität geschwächter Bestand kann im Rahmen einer Kettenkrankheit zu einem auch kurzfristigen Totalschaden führen. 5. Die natürliche Verjüngung der Schwarzpappel ist selbst unter günstigen Standortbedingungen ein Zufall. Daher müssen verschiedene Wege zu ihrer Erhaltung eingeleitet und durchgesetzt werden. Dazu gehören sowohl Maßnahmen der Erhaltung und Vermehrung des Bestandes als auch Sicherung des Lebensraumes von Schwarzpappeln in der Flusslandschaft. Das natürliche Verbreitungsgebiet der Schwarzpappel (Populus nigra L.) liegt in unserem Bearbeitungsraum weit nördlicher als bisher in den meisten Verbreitungskarten angegeben, reicht weit bis in den Unterlauf der Ströme und ist fluviatil begrenzt. Der Bestand an Schwarzpappeln ist im Nordbereich des ursprünglichen Verbreitungsgebietes in den letzten beiden Jahrhunderten fortlaufend zurückgegangen. Als Gründe für diesen kaum bemerkten Rückgang sind zu nennen: - Bereits vor über 200 Jahren beginnend und dann fortlaufend bis in die Gegenwart wird der Lebensraum der Schwarzpappel - die Weichholzaue - durch wasserbauliche Maßnahmen reduziert und beeinflusst. - In der Folge sind die Auen in intensive landwirtschaftliche Nutzung genommen, damit wird eine natürliche Verjüngung verhindert. - Die natürliche Seltenheit der Schwarzpappel, bedingt durch ihren speziellen Reproduktionsprozess. - Schwierigkeiten bei der Bestimmung der Art Populus nigra und damit ihre Unterscheidung von den Hybridsorten. - Große Verbreitung der wirtschaftlich gut nutzbaren Schwarzpappelhybriden (Populus nigra x Populus deltoides). Die ökologischen Bedingungen der Weichholzaue ermöglichen eine natürliche Verjüngung der Schwarzpappel nur unter ganz besonderen Bedingungen. Aus den Beobachtungen läßt sich die äußerst kleine ökologische Nische, der nur sehr kurz bemessene Zeitraum und die dadurch bedingte Zufälligkeit für eine Verjüngung von Schwarzpappeln verdeutlichen. Es ist aber auch eine Erklärung dafür, dass vorhandene Vorkommen von Schwarzpappeln, bis auf die aus Wurzelbrut entstandenen Bäume, häufig gleichaltrig sind. Am Fluss bieten sich günstige Entwicklungsbedingungen nur bei völliger Freilage nach Überschwemmungen auf sandigen Substraten, die gut durchfeuchtet sind. Das bedeutet, an den großen Strömen gibt es ohne Auendynamik keine natürliche Ansiedlung und keinen natürlichen Lebensraum für die Schwarzpappel. Wenn diese günstigen Bedingungen zur Zeit des Samenfluges (Mai/Juni) innerhalb der nur kurzen Zeit der Samenreife - bis 14 Tage, meist aber nur 3-5 Tage - vorherrschen und die Bodenfeuchte in den nachfolgenden Wochen für den Keimling und die Jungpflanze entwicklungsfördernd ist, kann mit einem guten Auflaufen und günstigem Jugendwachstum gerechnet werden. Aus diesen Erkenntnissen heraus ist für die Erhaltung und Gensicherung der Schwarzpappel zu schlussfolgern - Notwendig ist der Erhalt und die Sicherung der wenigen noch intakten Weichholzauen mit ungestörter Überflutungsdynamik in den mittleren und unteren Abschnitten von Elbe, Oder und Weichsel (Wisla). - Kein Nutzungdruck durch Weidenutzung oder Mähen. - An relevanten Flussabschnitten beobachten, ob sich Jungpflanzen nach dem Samenflug entwickeln konnten. - Gegebenenfalls Einleiten von Schutzmaßnahmen (geeignete Zäunung oder zeitlich begrenzte Unterschutzstellung). Vorrangig ist dies auf der Oderinsel Küstrin-Kietz und dem Sandwerder in der Elbe bei Hohengöhren erforderlich. Ohne diese Maßnahmen ist die Schwarzpappel in ihrem natürlichen Lebensraum sehr gefährdet. Auffallend ist, dass in den noch vorhandenen Vorkommen von Schwarzpappeln an Elbe und Oder so gut wie kein Jungwuchs aus Samenanflug vorhanden ist. Dies ist auch für die aufgesuchten Bereiche an der Weichsel zutreffend. Bei Vorhandensein der genannten Voraussetzungen für die Entwicklung von Sämlingen und mehrjährigen Pflanzen können Jungbestände von Schwarzpappeln aber auch unabhängig von der Dynamik der Weichholzaue entstehen. In Nachbarschaft von Altbäumen konnte dies an der Oder in Verbindung mit Maßnahmen zum Deichbau und an der Warthe (Wartha) im Zusammenhang mit einem Brückenbau festgestellt werden. Weiterhin sind bei Vorliegen der genannten Voraussetzungen auch natürliche Vorkommen im Bachauenwald bekannt.
ExemplarnummerSignaturLeihkategorieFilialeLeihstatus
1000842414039MonographieVerfügbar