Titel
Waldbauliche Grundlagen der Libanonzeder (Cedrus libani A. Rich) im Westtaurus/Tuerkei
Verfasser
Erscheinungsort
Wien
Verlag
Erscheinungsjahr
1989
Seiten
225 S.
Illustrationen
zahlr. Lit. Ang.
Material
Bandaufführung
ISBN
3-85369-742-9
Standardsignatur
10819
Datensatznummer
68694
Quelle
Abstract
Vom Gesamtvorkommen der Libanonzeder liegen die weltgrössten, geschlossenen Reinbestände (ca. 25.000ha) im Westtaurus zwischen Antalya-Fethiye-Acipayam- Burdur mit Schwerpunkt in der Beydaglari Hauptkette südlich von Elmali ( (1000/1300-2000m Höhe). Ziel dieser Arbeit war nach einer Übersicht der waldbaulichen Grundlagen der Libanonzeder und einer Beurteilung der ökologischen Verhältnisse, die natürliche Bestandesentwicklung auf den wichtigsten Standortstypen zu analysieren, um ein waldbauliches Konzept als Grundlage für eine naturnahe Bewirtschaftung dieses Waldgebietes abzuleiten. Prägend für die Wirkung und Bedeutung der ökologischen Einzelfaktoren sind die geologische Grundlage, gebankte oder massige Kreidekalke, die spaltengründige Schutt- oder Blockstandorte bilden, sowie das mediterrane sommertrockene und winterkalte Gebirgsklima. Daher spielt die Bodenvegetation als Verjüngungshindernis und Bodenfestiger nur geringe Rolle; die Streuzersetzung ist deutlich gebremst. Für die Verjüngung entscheidend ist die Hangstabilität wegen der mit der Neigung zunehmenden Schäden durch Rollschutt und Schneeschub. Für das Baumwachstum wichtigster Faktor ist die Wasserversorgung durch nach der Schneeschmelze gespeichertes Bodenwasser. Die ausgeschiedenen Standortstypen sind vor allem durch unterschiedliche Bestandesdichte und Horizontalstruktur gekennzeichnet. Auf stabilen Schuttstandorten überwiegen lockere bis geschlossene Bestände mit einzelnen Lücken unter den ehemaligen Schirmbäumen und häufig linien- bzw. netzartiger Baumverteilung, die den Spalten unterhalb des Schuttkörpers folgt. Auf labilen Steilhängen (>28Grad) sind die Bestände nur licht bis räumig bestockt mit Einzelbaum- bis Rottencharakter. Typisch sind auch hangabwärts streifenweise dichtere sich gegenseitig schützende Baumreihen oder -gruppen. Verjüngung kann sich nur an stabilen Kleinstandorten unterhalb von Felsrippen oder Stöcken entwickeln. Blockstandorte mit optimaler Wasserversorgung und neigungsunabhängig stabilem Oberboden bilden Voraussetzung für gedrängte bis geschlossene Bestände mit maximaler Bestandesdichte und Vorratshöhe (bis 1200 Vfm/ha); typisch sind an den günstigen Spalten extrem eng stehende, wenig differenzierte Baumgruppen. Die vertikale Struktur (Höhendifferenzierung, Soziologie, Schichtung, etc.) kennzeichnet die Entwicklungsphasen: Auf durchschnittlichen Standorten bilden sich nach rascher Verjüngung geschlossene, vorerst wenig differenzierte Initialphasen aus, die später durch das Vorwachsen der besser wasserversorgten Bäume voruebergehend zweischichtigen Aufbau zeigen. Am Höhepunkt der Konkurrenz beim Übergang zur frühen Optimalphase sterben die wenig vitalen Unterdrückten und Beherrschten rasch ab.