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  • Titel
    Oekosystemare Schadstoffgrenzwerte als Voraussetzung fuer die Umsetzung des Bergwaldprotokolls
  • Verfasser
  • Körperschaft
  • Erscheinungsort
    Berlin
  • Verlag
  • Erscheinungsjahr
    1996
  • Seiten
    S. 185-192
  • Illustrationen
    3 Lit. Ang.
  • Material
    Bandaufführung
  • Standardsignatur
    13822
  • Datensatznummer
    67942
  • Quelle
  • Abstract
    In den mitteleuropaeischen Wald-Oekosystemen ist seit Ende der siebziger Jahre eine tiefgreifende Verminderung der Vitalitaet festzustellen. Die bisher vorliegenden Ergebnisse lassen den Schluss zu, dass es vor allem anthropogene Faktoren - wie Belastung der Wald-Oekosysteme mit Fremdstoffen aller Art, Ueberduengung, Ozon etc. - sind, die zu einer stellenweise bedrohlichen Vitalitaetseinbusse der Baeume fuehren. Zudem wurde erkannt, dass aufgezeigte Kausalzusammenhaenge zwischen der Vitalitaetsverminderung und den dafuer verantwortlichen Faktoren nur fuer die zu einer bestimmten Zeitspanne an einem bestimmten Ort gewonnenen Erkenntnisse Gueltigkeit haben. Verallgemeinerungen und Simplifizierungen der Probleme und Kausalitaeten in der Frage der Waldschaedigungen fuehren in allen Faellen zu einer Missinterpretation und damit zur falschen Darstellung der Sachverhalte. Schlagworte, wie "Saurer Regen", "Schwefelkataster", "Schwermetalle", "Ozon", "Sommertrockenheit" und viele andere beleuchten den Problemkomplex nur blitzlichthaft und sind nicht geeignet, eine umfassende Gesamtschau ueber die anthropogene Bedrohung unserer Bergwaldoekosysteme zu gewaehrleisten. Aus folgenden Gruenden sind die Bergwald-Oekosysteme in den Alpen besonders gefaehrdet: 1. Die Stresspotentiale fuer die Baeume und fuer die mit ihnen verbundenen Organismen nehmen mit ansteigender Seehoehe zu. 2. Die Alpen sind die atmosphaerische Muellkippe Europas: Die mitgefuehrten Fremdstoffe werden an den Anstiegen der Berge deponiert. 3. Mit ansteigender Seehoehe nimmt die absolute Menge der durch Luftstroemungen transportierten Luftmassen und damit auch der mitgefuehrten Luftfremdstoffe zu. Selbst bei geringen Konzentrationen koennen Schadstoffe infolgedessen Werte erreichen, die den Schwellenwert der Schaedigung ueberschreiten. 4. Dem bodennahen Ozon kommt eine bedeutende Rolle als phytotoxische Substanz fuer Baeume zu. Dieses Ozon stammt zum Hauptteil aus dem Strassenverkehr. 5. Chemischer Stress bewirkt einen sehr einseitigen Evolutionsdruck, dem die meisten Pflanzen in der kurzen Zeitspanne, seit der sie diesem Stressbuendel ausgesetzt sind, nicht gewachsen sind. Aus dem ob..