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  • Titel
    Integrales Schalenwild- und Habitatmanagement am Beispiel des FUST - Projektes - Tirol : Vermeidung von Wildschaeden am Wald und Lebensraumerhaltung fuer Wildtiere
  • Verfasser
  • Körperschaft
  • Erscheinungsort
    Berlin
  • Verlag
  • Erscheinungsjahr
    1996
  • Seiten
    S. 137-174
  • Illustrationen
    zahlr. Lit. Ang.
  • Material
    Bandaufführung
  • Standardsignatur
    13822
  • Datensatznummer
    67934
  • Quelle
  • Abstract
    Im mitteleuropaeischen Raum haben sich die durch wildlebende Huftiere (Schalenwild) bewirkten Schaeden (Verbiss-, Fege-, Schael- und Trittschaeden an Vegetation bzw. Boden) nach dem 2. Weltkrieg bis zur Gegenwart zu einem grossflaechigen Waldschadensfaktor entwickelt. Oekologische Probleme ergeben sich dadurch insbesondere fuer die sensiblen Bergwald-Oekosysteme des Alpenraumes. Ueber das genaue Ausmass der Wildschaeden, die Ursachen der Schadensproblematik und die erforderlichen Massnahmen fuer eine nachhaltige Problemloesung bestehen verschiedene Meinugnen und eine rege Diskussion sowohl seitens der Wissenschaft als auch der Praxis. Vor diesem Hintergrund kommt dem Langzeit-Forschungsprojekt des FUST (Foerderungsverein fuer Umweltstudien) in Achenkirch in Tirol eine wichtige Bedeutung fuer den Alpenraum zu. Das seit dem Jahr 1970 laufende und von verschiedenen Universitaeten und Forschungsanstalten betreute Projekt versteht sich auch als Bindeglied zwischen Forschung und Praxis. Hauptziel ist die Entwicklung eines Modells fuer eine umweltvertraegliche Nutzung im alpinen Raum, die auf Naturnaehe sowie auf oekologische und wirtschaftliche Nachhaltigkeit aufgebaut ist. Beitraege fuer die Konfliktloesung zwischen einzelnen Nutzungsarten werden erarbeitet. Der Verbesserung des Verstaendnisses der Wald-Wild-Mensch-Wechselwirkungen in der Kulturlandschaft und einer moeglichst integralen Loesung der Wildschadensproblematik kommt dabei eine wesentliche Rolle zu. Nach einer Darstellung der allgemeinen Grundlagen der Wald-Wild-Mensch-Problematik unter den gegenwaertigen oekologischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen sowie des aktuellen Bedarfes an Forschung und praktischer Umsetzung wird auf die speziellen Aufgaben, die Bedeutung, das Arbeitsfeld und die Ergebnisse des FUST-Projektes eingegangen. Im Vordergrund steht die moeglichst ganzheitliche Betrachtung der oekologischen und soziooekonomischen Zusammenhaenge sowohl bei den wissenschaftlichen Untersuchungen als auch bei der praktischen Umsetzung der Ergebnisse. Das im FUST-Projekt praktizierte integrale Schalenwild- und Habitatmanagement wird eingehender vorgestellt. Fuer eine effiziente und nachhaltige Problemloesung im Alpenraum sind eine verstaerkte oekologische Ausrichtung der Gebirgsforstwirtschaft, eine oekologische Wende in der Jagd, eine beschleunigte Trennung von Wald und Weide sowie eine wesentlich staerkere oekologische Ruecksichtnahme des Tourismus bzw. bei Freizeitaktivitaeten erforderlich. Dies setzt vor allem die Festlegung von klaren Grenzwerten der tragbaren Umweltbelastung fuer alle Wald- und Landnutzungsformen und objektive Kontrollmethoden (insbesondere auch fuer Wild- und Weideschaeden am Wald), eine verstaerkte Ausbildung und Aufklaerung der Oeffentlichkeit, eine oekologisch orientierte Raumplanung unter Einbeziehung wildbiologischer Aspekte und vermehrte interdisziplinaere Forschung voraus. Dazu ist eine neue Alpenraum- und Bergwaldpolitik erforderlich, die zu einem oekologisch erweiterten Selbstverstaendnis aller Landnutzergruppen fuehrt und so eine Ueberlastung des Oekosystems verhindert. Die rechtlich und finanziellen Lenkungsinstrumente muessen darauf abgestimmt werden.