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  • Titel
    Waldvertraegliche Wild- und Weidenutzung
  • Verfasser
  • Körperschaft
  • Erscheinungsort
    Berlin
  • Verlag
  • Erscheinungsjahr
    1996
  • Seiten
    S. 121-135
  • Illustrationen
    19 Lit. Ang.
  • Material
    Bandaufführung
  • Standardsignatur
    13822
  • Datensatznummer
    67933
  • Quelle
  • Abstract
    Das Ziel des Bergwaldprotokolls ist es, den Bergwald als naturnahe Lebensgemeinschaft zu erhalten. Dazu sollen natuerliche Waldverjuengungsverfahren angewendet und ein stufiger Bestandesaufbau mit standortsgerechten Baumarten angestrebt werden. Zur Erreichung dieses Zieles muessen von der Gesellschaft verschiedene Bedingungen erfuellt werden, auf welche die Forstwirtschaft keinen oder nur einen beschraenkten Einfluss hat. Die Nutzung der Schalenwildbestaende (sprich Jagd) und die Waldweide sind Themen mit einem sehr vielschichtigen Spektrum. Sie entziehen sich meistens der formalen Zustaendigkeit der Forstwirtschaft und haben oftmals eine grosse gesellschaftliche und politische Bedeutung. Fuer die Erreichung der Ziele des Bergwaldprotokolls ist die Regelung dieser Fragen von entscheidender Bedeutung. Die Zukunft der Gebirgswaelder steht und faellt heute mehr denn je mit der Tatsache, ob eine genuegende vielfaeltige Verjuengung mit den noetigen Strukturen aufgebracht werden kann. Darstellung der Konflikte. Schalenwild: Immer wieder haben forstliche Kreise auf die waldbaulichen und oekologischen Auswirkungen des Wald-Wild-Problemes fuer den Gebirgswald aufmerksam gemacht: Verzoegerung des Jugendwachstums, Entmischung der Naturverjuengungen, Pflanzen- und Stabilitaetsverluste durch Ueberalterung). Waldweide: Man weiss bereits seit langem um die unguenstigen Auswirkungen der Viehweidung auf die Gebirgswaelder (Beschaedigung von Wurzeln und Staemmen, Blosslegung der Wurzeln, Trittschaeden im Boden, Verlust der Rohhumusdecken, Bodenverdichtung, Beeintraechtigung der Laubholzverjuengung, Auflockerung der Waldbestaende, Stabilitaets- und Zuwachsveluste). Im Zusammenhang mit dem Wald-Wild-Problem fuehrt dies oftmals auch zu politischen Konflikten. In Waldweidegebieten ueberdecken sich die Einfluesse des Wildes mit jenen der Viehweide. Eine Reduktion der Schalenwildbestaende wird deshalb oftmals mit dem Verweis auf die Waldweide verweigert. Ansaetze zur Konfliktloesung. Die Konfliktloesung muss auf verschiedenen Ebenen erfolgen: gesetzliche Vorschriften, gesellschaftliche und politische Bewusstseinsbildung und wald- und tieroekologische Loesungskonzepte. Gesetzliche Vorschriften: Es muessen moderne Gesetze vorhanden sein oder geschaffen werden, welche die Beduerfnisse des Oekosystems Bergwald in seiner Gesamtheit erfassen. Neben der Regelung der Nutzungsverhaeltnisse muessen auch Instrumente der Durchsetzung geschaffen werden, denn wie das Jahrhundertealte Beispiel der Waldweide zeigt, muessen der Sache dienende Artikel auch durchgesetzt werden koennen. Gesellschaftliche und politische Bewusstseinsbildung: Von Fachleuten erkannte materielle Probleme lassen sich erst loesen, wenn die Loesung gesellschaftlich und von den massgeblichen politischen Gruppen (z.B. Landwirtschaft, Jaegerschaft und Tourismus) akzeptiert und mitgetragen werden. Die Durchsetzung der Alpenkonvention und die Erreichung der Ziele des Bergwaldprotokolls sind in erster Linie abhaengig von der Einstellung der Bevoelkerung zur Natur und zum Oekosystem Gebirgswald. Wald- und tieroekologische Loesungskonzepte: Gefordert sind integrale Loesungskonzepte, welche die Zusammenarbeit aller Beteiligter vorsehen. Ueberall dort, wo die Verhinderung von Wildschaeden trotz Reduktion der Schalenwildbestaende nicht gelingt, ist ein Konzept zu deren Verhuetung zu erstellen. Dieses umfasst: Massnahmen zur Verbesserung der Lebensraeume (Biotophege), den Schutz des Wildes vor Stoerungen, den Abschuss einzelner schadenstiftender Tiere auch ausserhalb der ordentlichen Jagdzeiten und eine Erfolgskontrolle. Die hochgesteckten Ziele des Bergwaldprotokolls sind nur erreichbar, wenn die Verantwortlichkeiten auf allen Ebenen wahrgenommen werden. Dabei hat die Gesellschaft die Aufgabe, Rahmenbedingungen fuer die Loesung der forstlichen Probleme zu schaffen. Die Aufloesung von Nutzungskonflikten im Be..