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  • Titel
    Kosten und Nutzen der Bergwalderhaltung am Beispiel Lanersbach im Zillertal/Tirol : Vergleich der Foerderung zwischen Suedtirol und Nordtirol
  • Verfasser
  • Körperschaft
  • Erscheinungsort
    Berlin
  • Verlag
  • Erscheinungsjahr
    1996
  • Seiten
    S. 101-109
  • Material
    Bandaufführung
  • Standardsignatur
    13822
  • Datensatznummer
    67928
  • Quelle
  • Abstract
    Die gute alte Kielwassertheorie, dass die landeskulturellen Leistungen der Forstwirtschaft als selbstverstaendliches Koppelprodukt zwangslaeufig mit der Holzproduktion verbunden sind, hat schon laengst keine volle Gueltigkeit mehr. Oekologische und oekonomische Rahmenbedingungen, Waldkatastrophen, Holzpreisverfall, nicht mehr kostendeckende Ertraege, haben das "eielwasser Holz" vielfach zum Erliegen gebracht. Nun ist aber die Bereitstellung landeskultureller Leistungen ohne gleichzeitige Holznutzung, die ja stets auch Verjuengung und Pflege des Waldes sein soll, schwierig und vielfach kaum finanzierbar. Andererseits bietet eine moeglichst naturnahe Waldbewirtschaftung wohl die beste Voraussetzung fuer die nachhaltige Bereitstellung landeskultureller Leistungen. Mit Hinblick darauf, dass die Faellungsertraege, vor allem in den Schutzwaeldern, kaum mehr die Werbungskosten abdecken, die Erhaltung und Verbesserung der landeskulturellen Leistungen dieser Waelder jedoch mit einem Aufwand verbunden sind, den der Waldbesitzer nicht aus anderen Einkuenften abzudecken in der Lage oder gewillt ist, fuehrt zwangslaeufig zu der Forderung nach angemessener Abgeltung eben dieser erbrachten landeskulturellen Leistungen. Der Anspruch auf eine derartige Abgeltung wurde inzwischen auf bedeutenden nationalen und internationalen Konferenzen anerkannt und durch entsprechende Beschluesse untermauert. Was fehlt, ist die politische Umsetzung. Um den Verantwortlichen in Politik und Verwaltung entsprechende Grundlagen zu liefern, wurden in Nord- und Suedtirol an repraesentativen Schutzwaldbeispielen Fallstudien durchgefuehrt. An nachvollziehbaren Kosten-Nutzen-Vergleichen wurden Anhaltswerte fuer eventuelle Abgeltungssaetze ermittelt. Der besseren Vergleichbarkeit halber wurden die Zahlen in der Europawaehrung ECU dargestellt. In beiden Faellen, also sowohl in Lanersbach (Nordtirol) wie auch in Martell (Suedtirol), ergaben sich negative Werte, d.h. dass der Aufwand der Waldbesitzer fuer die Erhaltung der Waelder und damit ihrer Funktionen groesser war als der Faellungsertrag aus diesen Waeldern. Der hoehere Negativsaldo in Nordtirol hat seine Gruende in einem groesseren Nachholbedarf bei den Waldverbesserungsmassnahmen, in den limitierten Projektszeitraeumen sowie unter anderem auch im staatlichen Bereich. Trotzdem wird mit Sicherheit - auch bei Annaeherung an Suedtiroler Bedingungen - ein Positivsaldo nicht zu erreichen sein. Die ermittelten und durch Faellungserloese nicht abgedeckten Mehraufwaende bei der Schutzwaldbewirtschaftung im Ausmass von -207, -ECU in Landersbach und -31, -ECU/Jahr und Hektar in Martell (ohne oeffentliche Foerderung), koennten ein Anhaltspunkt fuer eine Abgeltung der landeskulturellen Leistungen in Form einer Flaechenpraemie sein. Als wesentliche Hilfe fuer die Gewaehrung und auch notwendige Abstufung solcher Flaechenpraemien koennten die Waldentwicklungsplaene, in denen die Wertigkeiten der landeskulturellen Leistungen ausgewiesen sind, dienen. Die weitere Verweigerung einer angemessenen Abgeltung kommt einer Ausbeutung der Waldeigentuemer gleich. Ohne die intensive Pflege- und Verjuengungsarbeit durch den Forstmann und den Waldbesitzer wird es aber auch in den meisten Faellen keine nachhaltig gesicherten landeskulturellen Leistungen geben.