Titel
Das potentielle Rohholzaufkommen in Deutschland bis zum Jahr 2020. Ergebnisueberblick
Verfasser
Erscheinungsort
Bonn
Verlag
Erscheinungsjahr
1996
Seiten
55 S.
Material
Bandaufführung
Standardsignatur
13723
Datensatznummer
66855
Quelle
Abstract
In der Bundesforschungsanstalt fuer Forst- und Holzwirtschaft wurde im Auftrag des Bundesministeriums fuer Ernaehrung, Landwirtschaft und Forsten eine Prognose ueber das potentielle Rohholzaufkommen in der Bundesrepublik Deutschland bis zum Jahr 2020 erstellt. Aufgrund der unterschiedlichen Datengrundlagen im frueheren Bundesgebiet und in den neuen Laendern wurden dabei verschiedene methodische Ansaetze verwendet. Fuer das fruehere Bundesgebiet wurde die Prognose mit Hilfe eines von der Forstlichen Forschungs- und Versuchsanstalt Baden-Wuerttemberg entwickelten Programmes auf Grundlage der Daten der Bundeswaldinventur 1986 bis 1990 erstellt. Fuer die neuen Laender wurde an der Bundesforschungsanstalt fuer Forst- und Holzwirtschaft ein Simulationsprogramm entwickelt, welches die Daten aus dem Datenspeicher Waldfonds und anderen Forsteinrichtungsdatenspeichern verwendet. Die Ergebnisse beider Prognosemodelle werden zu einem weitgehend konsistenten Ueberblick ueber das potentielle Rohholzaufkommen in der Bundesrepublik Deutschland, gegliedert nach Holzartengruppen, Eigentuemergruppen, Sortengruppen und Regionen, zusammengefuehrt. Die wichtigsten Ergebnisse dieser Studie sind: 1. In den Waeldern der Bundesrepublik Deutschland sind genuegend Ressourcen vorhanden, um mindestens bis zum Jahre 2020 Rohholz in bisherigem oder sogar steigendem Umfang zu bereitzustellen: - Die Gesamtmenge des potentiellen und nachhaltig nutzbaren Rohholzaufkommens wird auf jaehrlich ca. 57,4 Mio. m3 geschaetzt. Im Vergleichszeitraum von 1990 bis 1994 wurden davon durchschnittlich 70% eingeschlagen. - Die Holzvorraete werden in den naechsten Jahren weiter deutlich steigen. Selbst wenn das errechnete Potential vollstaendig ausgeschoepft wuerde, ergaebe sich im Durchschnitt noch eine Vorratsanreicherung von etwa 1,5 Vfm/a/ha. 2. Die Haelfte des geschaetzten Potentials entfaellt mit jaehrlich ca. 28 Mio m3 auf die Holzartengruppe Fichte, gefolgt von Buche mit ca. 15 Mio. m3 (25%), Kiefer mit ca. 12 Mio. m3 (20%) und Eiche mit ca. 3 Mio. m3 (5%). Etwas mehr als die Haelfte des Potentials (56%) ist Stammholz der staerkeklassen L2 bis L6, die andere Haelfte Schwachholz. Hinsichtlich dieser Zusammensetzung werden bis zum Jahr 2020 keine gravierenden Veraenderungen erwartet. 3. Die groessten Potentiale und Nutzungsreserven liegen im Privat-/Treuhandwald: Von einem potentiellen Rohholzaufkommen in Hoehe von ca. 28 Mio. m3 wurden im Vergleichszeitraum von 1990 bis 1994 nur 46% eingeschlagen. Staats- und Koerperschaftswald hingegen nutzen ihre Potentiale weitgehend aus. Insgesamt wird in Deutschland deutlich weniger Holz eingeschlagen, als nachwaechst. Der Wald ist in Deutschland keiner Auszehrung ausgesetzt. Im Privatwald - und hier insbesondere in den neuen Laendern - bleibt offensichtlich ein erhebliches Potential ungenutzt. Es koennte kurzfristig, aber auch von kuenftigen Generationen genutzt werden, ohne die Regeln einer ordnungsgemaessen, auf dem Prinzip der Nachhaltigkeit beruhenden Forstwirtschaft zu verletzen.