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  • Titel
    Waldzustandsbericht Achenkirch 1998 : FIR-Luftbildauswertung
  • Verfasser
  • Erscheinungsjahr
    2000
  • Seiten
    74 S.
  • Illustrationen
    22 Lit. Ang.
  • Material
    Bandaufführung
  • Standardsignatur
    13213
  • Datensatznummer
    66413
  • Quelle
  • Abstract
    Das Untersuchungsgebiet Achenkirch im östlichen Karwendelgebirge der Nordtiroler Kalkalpen wurde im Jahr 1998 beflogen. Es umfasst ca. 115km¬ und wird von 166 Farbinfrarot-Dias, Format 23x23 cm, im mittleren Bildmassstab 1:8000 abgedeckt. Als Voraussetzung für die Auswertung musste ein regionaler Interpretationsschlüssel erstellt werden. Dieser umfasst 13 Referenzflächen mit - einschließlich der 11 Höhenprofilflächen - rund 750 terrestrisch beurteilten Referenzbäumen. Die terrestrische Kronenbeurteilung erfolgte nach den Kriterien des WBS und wurde durch 62 Fotos dokumentiert. Die Aerotriangulierung und die Auswertung der 154 absolut orientierten Stereomodelle erfolgten am stereoskopischen Auswertegerät Planicomp P1, System Phocus von Zeiss, mit Hilfe der für Waldzustandsinventuren entwickelten Interpretations- und Statistikprogramme MESS und SEAN. Ziel der Auswertung ist - die möglichst komplexe Beschreibung der Waldverhältnisse, - eine nach thematischen Einheiten differenzierte Aufbereitung der Waldschäden mit Hilfe von deskriptiven Statistien, sowie - die Darstellung der Schadensmuster anhand von Karten im Massstab 1:50000. Aus der mehrstufigen Stichprobenuntersuchung im Rasterabstand von 250m x 250m liegen von 1084 Probleflächen Informationen über die Bestände des gesamten Waldgebietes (Bestandesbeurteilung aller Wuchsklassen) vor. Die Kronenzustandsbeurteilung basiert auf 1016 Probeflächen ab der Wuchsklasse Jugend bzw. 94% der gesamten Waldfläche (Flächenbeurteilung) und auf 5091 einzeln interpretierten Baumkronen von 692 Probeflächen bzw. 64% der Gesamtwaldfläche ab der Wuchsklasse starkes Stangenholz (Einzelbaumbeurteilung). Der Wald in diesem Gebiet der Nördlichen Randalpen befindet sich zwischen 800 m und 2000 m Seehöhe, davon 84% in den montanen Höhenstufen und 16% im Subalpin. Aufgrund der Parameter Seehöhe, Hangneigung und Felsigkeit wurden 39% als Wirtschaftswald und 61% als Schutzwald eingestuft. Der alpine Charakter wird dadurch unterstrichen, daß nur 4% der Gesamtwaldfläche auf ebene Standorte i.w.S. entfallen bzw. 1% auf Verebnungen im Talbereich. Dagegen sind Schutzwaldstandorte in allen Höhenstufen zu finden. Die Waldgrenze um 1600 m - 1700 m Seehöhe fällt häufig in Mittelhangbereiche. Über 1700 m liegen nur noch 4% der Gesamtwaldfläche. Die Hauptbaumarten sind die Fichte mit 52% ab Jugend und die Buche mit 19%. Sonstige Laubhölzer, Tanne und Lärche machen jeweils rund 4% an der Gesamtüberschirmung der Bestände aus. 14% der Gesamtfläche sind von Latsche bestockt, die in allen Höhenstufen aber ab 1400 m in nennenswerten Anteilen auftritt und über 1700 m die Hauptbestockung bildet. Neben der Seehöhe ist die Exposition ein wichtiges Kriterium für die Baumartenverteilung. Im Wirtschaftswald wird diese aber vom Menschen selbst gestaltet, da die Fichte mit 69% vor der Buche mit 17% und der Tanne mit 9% deutlich dominanter ist als im Schutzwald mit 50% Fichten, 27% Buchen, 8% Tannen und 8% Lärchen (Einzelbaumstickprobe ab starken Stangenholz). In der Wuchsklassenverteilung für den Gesamtwald entfallen 57% auf Baum- und Starkhölzer, das sind in der Regel ältere Bestände. Im Wirtschaftwald machen diese Wuchsklassen 51%, im Schutzwald 61% aus. Auf 24% der Schutzwaldfläche dominiert Latschenbestockung. Von der übrigen Fläche, im wesentlichen der Schutzwald i. Ertrag, sind nur 21% von jüngeren Wuchsklassen bestockt (einschließlich Nichtholzboden bis starkes Stangenholz), was als deutliches Indiz für die Überalterung zu werten ist. Eine besondere Bedeutung kommt der Waldweide zu, die auf 44% der Fläche ausgeübt wird. Aus der flächig-pauschalen Kronenzustandbeurteilung in jeder Probefläche ab Wuchsklasse Jugend stammen die flächenbezogenen Daten über "normal entwickelte" bzw. "beeinträchtigte" Bestände (in fünf "Verlichtungskategorien") und von der Einzelbaumbeurteilung ab starkem Stangenholz die Verteilung dieser Einzelbaumstichprobe nach Verlichtungsstufen (9 Verlichtungsstufen der LBI- bzw. 5 der UN/ECE und EU-Klassifikation). Beide Bewertungsmethoden liefern also Schadenskennziffern. 45% der Waldfläche ab Jugend sind nach den Kriterien der flächigen Beurteilung normal entwickelt und 55% weisen schwache bis starke Beeinträchtigungen auf, davon sind 5 Probeflächen (0,5%) als absterbend zu bewerten. Die besten Teilergebnisse liefern die sonstigen Laubhölzer und die Latschenflächen mit überwiegend normal entwickelten Teilpopulationen, vor Lärche, Buche und Fichte, die sich vor allem in den Anteilen schwacher bis starker Beeinträchtigungen unterscheiden und bereits überwiegend beeinträchtigt sind. Von den Tanne- und Weißkiefernanteilen sind nur jeweils 13% normal entwickelt. In der von der Einzelbaumstichprobe erfaßten Population ab starkem Stangenholz weisen 33% der Baumkronen "keine Verlichtungen" auf (NBV 0 bis 10%), 39% sind "leicht verlichtet" ("Warnstufe", NBV über 10 bis 25%), 21% sind "mittel" (NBV über 25 bis 50%), 6% "stark verlichtet" (NBV über 60%) und 1% bereits abgestorben. Demnach sind entsprechend der o.zit. UN/ECE und EU Classification 33% der Stichprobe "nicht verlichtet", 39% "leicht verlichtet" (Warnstufe) und 48% "geschädigt" bzw. abgestorben. Auch hier scheiden sonstige Laubhölzer wieder am besten und die Tanne sowie die Weißkiefer am schlechtesten ab. Im einzelnen sind die Ergebnisse differenzierter. So sind die Buchen insgesamt häufiger "verlichtet" als die Fichten (NBV über 10%). Fichten sind allerdings häufiger "stark verlichtet". Fast alle abgestorbenen Bäume sind Fichten. Nadel-Blattverfärbungen spielen im Untersuchungsgebiet eine geringe Rolle, da nur am 3,8% der Probebäume Anomalien festgestellt wurden, am häufigsten an Fichten im Umfang von 5,3% (ohne Totbäume). Die Kennziffern weisen auf höhere Waldschäden im Raum Achenkirch 1998 als im Ausserfern 1990 hin, da häufiger deutliche und starke Beeinträchtigungen vorkommen. Der Anteil verlichteter bzw. geschädigter Baumkronen ist Raum Achenkirch bei allen Baumarten deutlich höher. Lediglich Nadel-Blattvergilbungen waren im Ausserfern mit 7% häufiger. Die Schadmuster werden am auffälligsten durch die naturräumlichen Gegebenheiten, durch den menschlichen Einfluß und durch die regionalen Verteilung der Baumarten mitbestimmt. Als bestimmende Faktoren wurde der Schutzwaldcharakter, die weite Verbreitung der Waldweide und Strukturveränderungen v.a. in den Gunstlagen herausgearbeitet. Paradoxerweise weisen nur Extremlaen mit Latschenvegetation und leicht zu bewirtschaftende Lagen einigermaßen zusammenhängend gute Waldzustände auf. Hauptschadensgebiete sind der Nordabschnitte einschließlich des Schulterbergs und das Gebiet Christlum-Achenkirch. Differenzierter sind die Verhältnisse im West- und Südwestabschnitt mit kleinräumig wechselnden Mustern, da die Altbestände in den oberen Hanglagen in schlechtem Zustand sind. Im mittleren Gebietsabschnitt zwischen Tiefenbach und Achenwald treten abgesehen von sehr steilen Abschnitten am häufigsten normale Kronenzustände auf.
ExemplarnummerSignaturLeihkategorieFilialeLeihstatus
1000813313213MonographieVerfügbar