Titel
Stroh - ein Nachwachsender Rohstoff fuer die energetische Nutzung : Strohaufkommen, Strohverwertung und frei verfuegbares Strohpotential aus der Sicht der Raum- und Umweltplanung
Verfasser
Erscheinungsort
Wien
Verlag
Erscheinungsjahr
1994
Seiten
102 S.
Illustrationen
86 Lit. Ang.
Material
Bandaufführung
Standardsignatur
13546
Datensatznummer
65351
Quelle
Abstract
Problemstellung und Zielsetzung: Ueber die raeumliche und zeitliche Verteilung des Strohaufkommens in Oesterreich sowie dessen Nutzung liegen bisher nur grobe vereinfachende Schaetzungen vor. Im Zusammenhang mit der moeglichen Verwendung von Stroh zur Energiegewinnung sind deshalb fuer diesbezuegliche Planungsarbeiten detailierte Angaben ueber die Verfuegbarkeit des Brennstoffes von grossem Nutzen. Es sind umfangreiche Erhebungen bei den Landwirten und anhand der Agrarstatistik zur Bereitstellung von Zahlenmaterial ueber das Strohaufkommen und die Strohnutzung notwendig. Methodik der Erhebung: Auf der Basis der Agrarstatistik konnte in Zusammenarbeit mit dem Oesterreichischen Zentralamt (OeSTAT) das Strohaufkommen sowohl zeitlich als auch raumlich differenziert ausgewertet werden. Die Strohernte wurde von 1970 bis 1993 analysiert, die Auswertungen fuer 1988 und 1992 erfolgten bis zur Ebene der Gemeinden. Der zweite Schwerpunkt der Arbeit war die Erhebung der Strohverwendung bei den Landwirten. Hierzu wurde ein Fragebogen an die rund 2.500 landwirtschaftlichen Buchfuehrungsbetriebe ausgesendet, die einen repraesentativen Querschnitt aller Betriebe in Oesterreich darstellen. Schliesslich erfolgte eine Bilanzierung von Strohaufkommen und Strohverwendung mit dem Ergebnis eines frei verfuegbaren Strohpotentials fuer eine energetische Nutzung. Das Bezugsjahr fuer die Erhebung und Auswertung war 1992. Das Strohaufkommen geht zurueck: Der Anfall an Getreidestroh wird in erster Linie durch die Aufbauflaeche und den Anteil der Getreidearten bestimmt. Kurzfristig sind Schwankungen durch die Witterung von Jahr zu Jahr moeglich, langfristig wirken sich vor allem Anbauverschiebungen sowie pflanzenzuechterische und pflanzenbauliche Massnahmen ueber die Anbauflaeche und die Ertragsleistungen der jeweiligen Getreidearten aus. Die Hektarertraege des Strohes folgten bis Ende der achtziger Jahre der steigenden Entwicklung der Kornertraege. Seither ging der Strohanfall absolut zurueck - ab 1988 sank die Strohernte kontinuierlich von 4,0 Mio. t auf 2,0 Mio. t im Jahre 1993. Heute liegen die Strohertraege auch relativ unter den Kornertraegen. Strohduengung - ein wichtiger Faktor im Getreideanbau. - In der Pflanzenproduktion hat die Strohduengung trotz des verstaerkten Einsatzes von mineralischen Duengemitteln immer noch einen hohen Stellenwert, da allein zur Erhaltung von Bodenstruktur, Bodenfruchtbarkeit, mikrobiologischer Aktivitaet und Wasserhaltefaehigkeit ein regelmaessiger Bedarf an organischer Substanz besteht. Im Durchschnitt der befragten Betriebe wird von 40% der Getreideflaeche das Stroh direkt eingearbeitet (900.000 t). Einen besonders hohen Anteil der Strohduengung findet man im Nordoestlichen Flach- und Huegelland (60% - 600.000 t), im Suedoestlichen Flach- und Huegelland (50% - 64.000 t) sowie mengenmaessig im Alpenvorland (33% - 170.000 t). Stroheinstreu liegt im Trend. - Eine Einstreu mit Stroh ist auch heute noch in der ueberwiegenden Mehrzahl von Betrieben ueblich. Mengenmaessig von Bedeutung ist sie vor allem in der Rinder- und Schweinehaltung. Insgesamt wird bei 90% der Rinder, 97% der Zuchtschweine und 60% der Mastschweine mit Stroh eingestreut. Absolut ergibt dies eine Strohmenge von rund 1,0 Mio. t fuer die Einstreu, was rund der Haelfte der Strohernte entspricht. In den Hochalpen, den Voralpen und am Alpenostrand wird die gesamte Strohernte als Einstreu verwendet, im Nordoestlichen Flach- und Huegelland dahingegen nur rund 15% des anfallenden Strohes. In den erstgenannten Gebieten reicht jedoch das dort geborgene Stroh bei weitem nicht aus den Bedarf fuer die Einstreu zu decken obwohl die Einstreumenge unter dem oesterreichischen Durchschnitt liegt. Der Ausgleich wird durch Strohkauf und Strohtransporte aus dem Osten in den Westen erreicht. Strohverbrennen ist die Ausnahme. - Mit dem Bundesgesetz ueber das Verbot des Verbrennens biogener Materialien im Freien ist das Strohverbrennen auf den Feldern in ganz Oester..