Titel
Pflanzenökologische und limnologische Untersuchung des Reussdelta-Gebietes (Kanton Uri). Aufnahme des Ist-Zustandes von 1987/88
Verfasser
Erscheinungsort
Zürich
Erscheinungsjahr
1991
Seiten
272 S.
Illustrationen
90 Abb., 67 Tab., 1 Anh., zahlr. Lit. Ang.
Material
Bandaufführung
Standardsignatur
7247
Datensatznummer
64391
Quelle
Abstract
Pflanzenökologie. Anfangs 1987 erhielt unsere Projektgruppe den Auftrag, den ökologischen Zustand der Reussmuendungsebene zu erfassen, um die Ausgangssituation vor dem geplanten Wasserbauprojekt festzuhalten. Diese Daten dienen als Grundlage für die Erfolgskontrolle des Projektes und seiner begleitenden Massnahmen. Während der Untersuchungszeit vom Frühjahr 1987 bis zum Herbst 1988 konnten zudem die Auswirkungen eines Hochwassers auf die Riedgebiete untersucht werden. Vegetation. 1987 wurden in den Ried- und Waldgebieten der Urner Reussmuendungsebene insgesamt 274 Pflanzenarten gefunden. Davon sind 24 Arten in der gesamtschweizerischen "Roten Liste" und 30 Arten in der "Roten Liste" der östlichen Nordalpen aufgeführt (Landolt 1990). Bei der Vegetationskartierung wurden Schilfröhrichte, Grosseggenrieder, Kleinseggenrieder, Pfeifengraswiesen, Hochstaudenrieder und Grauerlenwälder, insgesamt 16 Vegetationseinheiten auskartiert. Es konnten Kernzonen mit besonders wertvollen Pflanzengesellschaften angegeben werden: Die Pfeifengraswiesen und Kleinseggenrieder im Seedorfer Ried östlich und westlich des Klosterbaches, die Grosseggenrieder und das Kopfbinsenried mit Weisser Schnabelbinse südlich der Schwäbstrasse, der gesamte Vegetationskomplex mit Pfeifengraswiesen und Kopfbinsenriedern beim Schloss A Pro und das Gebiet des Flueeler Riedes westlich des Ölabscheidergrabens. Frühere Untersuchungen zeigten einen Rückgang der Gesamtausdehnung der Riedgebiete und eine Verminderung der Artenvielfalt auf. Im Vergleich zur Kartierung der ANL (1983) konnte keine weitere Ausdehnung der Grosseggenrieder (Vernässungstendenzen), aber eine lokale Ausbreitung der Hochstaudenrieder (Düngungseinwirkungen) festgestellt werden. Standort. Mit Grundwassermessungen und Grundwasseranalysen (P, N, K, Na, Fe Mn, Ca, Mg, pH Leitfähigkeit) wurden die Standortsverhältnisse der einzelnen Pflanzengesellschaften dargestellt. Es wurden erhöhte Phosphat- und Stickstoff-Werte bei der Autobahn registriert. Auswirkungen der Überschlickung. Die Überschlickung der Riedgebiete nach dem Hochwasser vom August 1987 hatte je nach Höhe der Schlickschicht (von 0 bis 50 cm) und betroffener Pflanzengesellschaft unterschiedliche Auswirkungen auf die Vegetation.