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  • Titel
    Forstschutz-Überblick 1992
  • Verfasser
  • Erscheinungsort
    Birmensdorf
  • Verlag
  • Erscheinungsjahr
    1993
  • Seiten
    28 S.
  • Illustrationen
    22 Lit. Ang.
  • Material
    Bandaufführung
  • Standardsignatur
    13291
  • Datensatznummer
    62518
  • Quelle
  • Abstract
    Die Entwicklung von Waldinsekten und Pilzkrankheiten ist jeweils massgeblich vom Wetter waehrend der Vegetationsperiode gepraegt. Dieses bescherte 1992 weiten Teilen unseres Landes kraeftige Waermeueberschuesse und betraechtliche Regendefizite. Der Temperatur-Durchschnitt der fuenf Jahre 1988-92 liegt fuer die Schweiz um fast 1 Grad ueber der langjaehrigen Norm von 1966-90. Zahlreiche Waldbaeume in allen Entwicklungsstufen sind vermutlich durch diese Einfluesse in ihrer Abwehrkraft gegenueber Schadorganismen geschwaecht worden. 1992 fielen in der Schweiz rund 0,5 Millionen Kubikmeter Fichtenholz der Borkenkaefer-Art "Buchdrucker" (Ips typographus) zum Opfer. Dies entspricht rund 20% der jaehrlichen schweizerischen Nadelholz-Nutzung oder gut 10% der VIVIAN-Sturmholzmenge des Jahres 1990. Die Borkenkaeferkalamitaet ist so gross wie noch nie in diesem Jahrhundert. Die Erhebungen, welche der Phytosanitaere Beobachtungs- und Meldedienst (PBMD) der Eidgenoessischen Forschungsanstalt fuer Wald, Schnee und Landschaft jaehrlich durchfuehrt, zeigen deutlich, dass die grossen VIVIAN-Sturmschaeden wesentliche Voraussetzungen fuer diese Entwicklung geschaffen haben. Die Kaefer sind erwartungsgemaess dort zur Massenvermehrung uebergegangen, wo viele geworfene, gestossene und zahlreiche stehende, vom Sturm angeschlagene Fichten zu finden waren. Auf der Alpensuedseite verursachten die blattfressenden Raupen der Nachtfalterart Schwammspinner (Lymantria dispar) auffaellige Schaeden auf einer Flaeche von ungefaehr 15 km2. Weitere 4 km2 Kastanienwald wurden vollstaendig kahlgefressen. Da die entlaubten Baeume im Sommer 1992 nochmals austrieben, wird als Folge dieses Raupenfrasses nirgends eine groessere Anzahl von ihnen absterben. Der Schwammspinner wird deshalb im Wald nicht bekaempft. Der PBMD befasste sich ausserdem naeher mit der Erscheinung von schuetteren Laerchen in allen Entwicklungsstadien. Die Baeume waren als Folge einer Nadelschuette durch den Nadelpilz Meria laricis geschaedigt. Teilweise traten, wahrscheinlich infolge von Trockenstress, Rindenpilze der Gattungen Cytospora und Phomopsis auf. Zusaetzlich konnten an den Laerchen haeufig Saugspuren von Fichtengallenlaeusen der Gattungen Adelges und Sacchiphantes beobachtet werden. Eine Arvenkrankheit im Oberengadin, von welcher einige hundert Baeume befallen sind, veranlasste zahlreiche Anfragen aus der Bevoelkerung. Als Ursache dieses auffaelligen Triebsterbens konnte der Rindenpilz Cenangium ferruginosum ermittelt werden. Der PBMD rechnet mit einer Erholung der Arven-Bestaende. Die Probleme, welche Hirsche, Gemsen und Rehe mit ihren hohen Bestaenden in vielen Waeldern verursachen, koennen in der Schweiz erst ansatzweise angegangen werden. Vielerorts ist eine stetige, kleinflaechige Verjuengung mit standortsgemaessen Baumarten ohne Schutzmassnahmen stark erschwert, in den Bergregionen teilweise sogar unmoeglich. Eine wichtige Voraussetzung zur Loesung dieser Probleme besteht in der glaubwuerdigen Bezifferung und genauen Beschreibung der Schaeden nach objektiven und moeglichst einheitlichen Kriterien.