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  • Titel
    Nachhaltig-multifunktionale Waldwirtschaft : Waldpolitisch-volkswirtschaftliche Ansichten eines zukunftsorientierten Waldbauers
  • Verfasser
  • Erscheinungsjahr
    1993
  • Seiten
    212 S.
  • Illustrationen
    zahlr. Lit. Ang.
  • Material
    Bandaufführung
  • Standardsignatur
    13255
  • Datensatznummer
    62151
  • Quelle
  • Abstract
    Wald ist mehr als nur Bäume! Wald steht mit der gesamthaften Natur in Wechselbeziehung ("actio" und "reactio"). Der Mensch kann sich nur als Element in dieses Ökosystem einordnen - als "primus inter pares". Bevölkerungswachstum und Ressourcenbewirtschaftung dürfen die ökologischen Rahmenbedingungen nicht sprengen, - müssen einen bestimmten Wald-Mindestanteil (global 30-40%, regional 10-80%) bewahren,- dürfen ihn nicht zu stark verändern und auch in seinem systemaren Selbstregulationsvermögen nicht wesentlich beeinträchtigen. die Biodiversität alleine ist als Grundlage evolutionärer Entwicklung in der Lage, vom Menschen direkt und indirekt verursachte Systemveränderungen "abzupuffern". Naturnahe Waldwirtschaft sichert diese Artenvielfalt und baut auch das Spannungsfeld zum Naturschutz(gedanken) ab,- ein Erfordernis, das den Forstleuten ihren fachlich kompetenten Einfluss auf eine nachhaltige, multifunktionale Waldwirtschaft sichert. Forst- (besser wald)gesetzliche Regelungen haben auf den naturnahen Waldgesellschaften (Biodiversität, Selbstregulationsvermögen) aufzubauen und waldpolitisch den legitimen Anspruch der Allgemeinheit auf die Lebensgrundlage "Wald" (= Klima, Luft, Wasser, Boden; sh. Wiener Menschenrechtskonferenz 1993) anzuerkennen. Nachhaltige-multifunktionale Waldwirtschaft erfordert gesamtheitliche Kreislaufwirtschaft (Nachhaltigkeit als Wirtschaftsprinzip) sowie die Erweiterung des Nachhaltigkeitsgedankens der bisherigen Forstwirtschaft auf Baumartenvielfalt, Holzqualität und die sogenannten über(=volks) wirtschaftlichen Waldleistungen. Die Notwendigkeit eines neuen, rechtsgültigen "Waldbegriffs" auf ökosystemarer Basis wird aus der Stellung des Waldes und der daraus resultierenden Folgen im Laufe der Geschichte ersichtlich: aus seinem Weg von der anthropozentrischen Position als "Gegner" über den anthropozentrischen "Partner" zum gleichwertigen, von Umweltethik getragenen ökozentrisch-dynamischen Systemgefüge. Die volkswirtschaftliche Umsetzung einer nachhaltig-multifunktionale Waldwirtschaft erfordert jedoch objektivierbare Waldleistungsdefinition, eine relative Bewertung der einzelnen Funktionen sowie deren objektgenaue Erfassung durch geeignete Institutionen. Nur durch Leistungs- und Kostenwahrheit kann der "wahre" Mindestwert des Waldes erkannt werden, der als marktfähiger "Produzent" künftig keiner "Subvention" mehr bedarf und als tragendes volkswirtschaftliches Kapital in die EG-Verhandlungen eingebracht werden muss! Im Bereich der Wissenschaft darf in diesem komplexen, dynamischen System Spezialistentum nicht zu Lasten der integrativen Zusammenschau (Generalisten) wirken.
ExemplarnummerSignaturLeihkategorieFilialeLeihstatus
141698113255ZeitschriftZeitschriftenmagazinVerfügbar