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  • Titel
    Landwirtschaft, Landschaftspflege und Tourismus
  • Verfasser
  • Erscheinungsort
    Wien
  • Verlag
  • Erscheinungsjahr
    1993
  • Seiten
    18 S.
  • Illustrationen
    18 Lit. Ang.
  • Material
    Bandaufführung
  • Standardsignatur
    13194
  • Datensatznummer
    62033
  • Quelle
  • Abstract
    Eine Abgeltung ueberbetrieblicher Leistungen ist solange nicht sinnvoll, als diese Leistungen zu Grenzkosten von null bereitgestellt werden. Die Frage, ob bzw. inwieweit bisher ueberbetriebliche Leistungen ueber den Preis abgegolten wurden, ist damit sekundaer. Enscheidend ist, ob diese Leistungen knapp sind oder nicht. Werden positive Externalitaeten durch eine Aenderung der agrarpolitischen Rahmenbedingungen knapp, dann muss ihr Angebot durch explizite Kostenbeteiligung bzw. -tragung der Nutzniesser gesichert werden. In der Regel wird der optimale Umfang an uebertrieblichen Leistungen hier niedriger liegen als im Falle eines kostenlosen Angebots ueber positive externe Effekte. Das koennte ein Ueberdenken der agrarpolitischen Zielsetzung einer "flaechendeckenden Bewirtschaftung" erforderlich machen. Solange funktionsfaehige land- und forstwirtschaftliche Betriebe existieren, kann die (gewollte) Bereitstellung erwuenschter ueberbetrieblicher Leistungen zu Grenzkosten erfolgen. Diese Situation wird implizit zugrundegelegt, wenn von der relativen Kostenguenstigkeit des Angebots durch Landwirte gesprochen wird. Entstehen dagegen kuenftig agrarpolitische Rahmenbedingungen, die einem Landwirt in einer bestimmten Region keinen Existenzspielraum lassen, dann erfordert die Produktion des Gutes "Kulturlandschaft" eine finanzielle Abgeltung im Umfang der zurechenbaren langfristigen Grenzkosten. Ob ein privater landwirtschaftlicher Betrieb in dieser Situation Kostenvorteile gegenueber einer Bereitstellung durch oeffentliche "Landschaftspfleger" aufweist, ist eine empirische Frage. Im Lichte der Ergebnisse der wissenschaftlichen Privatisierungsdebatte duerfte dies jedoch zutreffen. Die Fremdenverkehrswirtschaft zieht zweifellos Vorteile aus dem oeffentlichen Gut "Kulturlandschaft". Allerdings ist der Nutzen aus dem Konsum dieses oeffentlichen Gutes nicht auf einzelne Gesellschaftsgruppen einschraenkbar. Dieser Umstand ist bei der Finanzierung zu beachten. In Regionen, in denen der intensive Tourismus der primaere Nutzniesser ist, sollten private Beteiligungsmodelle im Sinne des oben skizzierten theoretischen Beispiels ins Auge gefasst werden. Die Sicherung einer moeglichst flaechendeckenden Landwirtschaft jedoch kann und soll nicht ueber den Fremdenverkehr allein bewerkstelligt werden. Hier ist die oeffentliche Hand gefordert, politische Loesungen ueber oeffentliche Budgets zu realisieren. Im Zuge der politischen Durchsetzung derartiger Modelle wird dem Fremdenverkehrsbereich allerdings wieder eine wichtige Rolle zukommen. Eine objektive rechtfertigbare und damit von der Gesellschaft langfristige akzeptierte Honorierung wohldefinierter oekologischer Leistungen der Landwirtschaft ist nicht nur fuer das Weiterbestehen landwirtschaftlicher Erwerbsformen in den benachteiligten Regionen unseres Landes von existenieller Bedeutung. Aufgrund der komplexen ...
ExemplarnummerSignaturLeihkategorieFilialeLeihstatus
142228513194ZeitschriftZeitschriftenmagazinVerfügbar